Weiter steigende Positivraten bei SARS-CoV-2-PCR-Tests

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 24. August 2021


Die Positivrate bei den PCR-Tests auf SARS-CoV-2 steigt weiter an. Sie lag in der vergangenen Woche bei 8,1 Prozent. In der vorvergangenen Woche waren es 6,2 Prozent gewesen. Das zeigt die aktu­elle Datenerhebung des Verbandes „Akkreditierte Labore in der Medizin“ (ALM).

Basis sind die Ergebnisse aus bundesweit 178 Laboren. Sie decken laut dem Verband rund 90 Prozent des Testgeschehens in Deutschland ab. Insgesamt fielen 49.893 PCR-Befunde positiv aus (Vorwoche: 31.367). „Die vierte Welle der Corona­pandemie ist da und breitet sich zunehmend aus“, fasste der erste Vorsit­zende des Verbandes, Michael Müller, die Situation zusammen.

In der vergangenen Woche wurden laut dem ALM 615.950 SARS-CoV-2-PCR-Tests bei den an der Daten­analyse teilnehmenden 178 Laboren angefordert. Das waren 22 Prozent mehr als in der vorvergangenen Woche mit 505.897 Tests.

Müller führte dies vor Journalisten auf Faktoren wie Reiserückkehrer, die leichtere Übertragbarkeit der jetzt in Deutschland ganz überwiegend übertragenen Delta-Variante und die zunehmenden Kontakte zurück.

Dennoch liegt die Auslastung in den fachärztlichen Laboren laut dem Verband immer noch erst bei rund 32 Prozent. Laut Evangelos Kotsopoulos, Vorstand im ALM, ist die Versorgung mit Labormaterial in die­sem Spätsommer deutlich entspannter als im vergangenen Jahr. Der Verband sieht daher im Augenblick keine Gefahr für Engpässe bei den PCR-Tests.

Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) kritisiert in diesem Zusammenhang „zögerliche und in­kon­­sistente Teststrategien“ einiger Bundesländer im Kampf gegen das Coronavirus zu Schuljahres­beginn 2021/22.

„Bundesländer, die Lollitests an den Schulen einführen wollen, können die Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen auswerten. Stattdessen in jedem Land zunächst eigene Modellprojekte zu starten, kostet wertvolle Zeit und bringt keinen Zusatznutzen“, sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski.

„Nie war der Anteil infizierter Schülerinnen und Schüler an allen Infizierten größer als jetzt. Es fehlt nicht an wissen­schaftlicher Evidenz, wir brauchen mehr Stringenz und Entschlossenheit in der Infekti­ons­präven­tion“, so Bobrowski. © hil/aerzteblatt.de



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