Uniklinik Bonn eröffnet neue Post-COVID-Ambulanz

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 7.6.2022


Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) hat eine neue Post-COVID-Ambulanz für Patienten eingerichtet, die an anhaltenden neurologischen oder psychischen Symptomen nach COVID-19 leiden. Betroffene können drei Monate nach ihrer Infektion einen Termin in der Ambulanz ausmachen.

Typische neurologische Symptome sind neben Geruchs- und Geschmacksverlust unter anderem Kopf­schmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen und Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. „Wir möchten Betroffenen durch eine individuelle Therapiefindung weiterhelfen und Erkenntnisse über weitere langanhaltende Symptome im Zusammenhang mit einer durchgemachten COVID-Infektion gewinnen“, erläutert Gabor Petzold, Leiter der Sektion Vaskuläre Neurologie am UKB.

Weniger bekannt ist, dass auch psychische Erkrankungen infolge einer COVID-Infektion entstehen können oder verstärkt werden. „Auch Patientinnen und Patienten mit vermehrter Angst, Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen infolge einer COVID-19-Infektion haben sich bei uns gemeldet. Bei Vorerkrankten intensivieren sich die Symptome mitunter, Depressionen können nach den starken Belastungen einer Infektion aber auch ganz neu auftreten“, erläutert Alexandra Philipsen, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKB. Sie leitet die neue Ambulanz zusammen mit Petzold und Anja Schneider, Direktorin der Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie am UKB.

Kausale medikamentöse Therapien für neurologische und psychische Erkrankungen im Zusammenhang mit Long-COVID gibt es laut dem Team der neuen Ambulanz bislang noch nicht. „Allerdings können gemeinsam mit den Betroffenen symptomlindernde medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapieoptionen besprochen werden“, erläutert Schneider.


/Andrzej Wilusz, stock.adobe.com

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