Thüringen für bundesweite Regelung bei Quarantäne­entschädigung

Deutsches Ärzteblatt vom Donnerstag, 16. September 2021


In der Diskussion um Entschädigungen bei Verdienstausfällen durch behördlich angeordnete Quarantäne für Ungeimpfte hofft Thüringen auf eine bundesweit einheitliche Regelung.

Das Thema werde derzeit auf Staatssekretärsebene zwischen Ländern und Bund beraten, sagte eine Spre­cherin des Thüringer Gesundheitsministeriums heute in Erfurt. „Es wird ein bundeseinheitliches Vorgehen angestrebt und dem würden wir uns dann sicherlich anschließen“, so die Sprecherin.

In der Debatte geht es um Entschädigungen, die bisher geleistet werden, wenn Beschäftigte in vom Gesund­heitsamt angeordnete Quarantäne müssen und dadurch Verdiensteinbußen erleiden. Bisher können auch Ungeimpfte mit dieser Entschädigung rechnen. Fraglich ist, ob das so bleibt.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Thüringer SPD-Fraktion, Cornelia Klisch, positionierte sich gegen die Idee, keine Entschädigung mehr bei vermeidbarer Quarantäne zu zahlen. „Bei einer behördlich angeord­neten Quarantäne müssen Beschäftigte entschädigt werden. Ob ein Beschäftigter geimpft ist oder nicht, darf dabei keine Rolle spielen“, erklärte Klisch.

Eine Streichung der Entschädigung würde Druck ausüben, argumentierte Klisch. Auch angesichts der Impfquoten in Thüringen sei ein solcher Schritt „zu früh“, wie sie sagte. Vielmehr müsse man noch mehr für Impfungen werben und niedrigschwellige Angebote machen.



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