Texas bittet Krankenhäuser um Aufschub von Elektiveingriffen

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 10. August 2021

Angesichts der jüngsten Coronawelle hat der US-Bundesstaat Texas alle Krankenhäuser gebeten, nicht absolut notwendige medizinische Eingriffe zu verschieben. Damit solle sichergestellt werden, dass alle COVID-19-Patienten adäquat versorgt werden könnten, erklärte Gouverneur Greg Abbott gestern in einem Schreiben an den Krankenhausverband.

Das Gesundheitsministerium werde sich zudem bemühen, für die Versorgung der Coronapatienten medi­zinisches Personal aus anderen Bundesstaaten zu gewinnen, hieß es. Auch soll der Katastrophen­schutz wieder Infusionszentren eröffnen, in denen Patienten Blutplasmabehandlungen bekommen können.

Die Lage in Texas hat sich aufgrund der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus deut­lich zugespitzt. In dem Bundesstaat mit 29 Millionen Einwohnern wurden zuletzt im Schnitt pro Tag rund 12.000 Coronaneuinfektionen gemeldet, wie Daten der Behörden zeigen. Derzeit werden demnach rund 9.000 COVID-19-Patienten in Krankenhäusern behandelt.

Der Republikaner Abbott hat Coronaauflagen wie eine Maskenpflicht in dem Staat per Verfügung für illegal erklärt. In Texas sind rund 44 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, landesweit liegt die Impfquote bei 50 Prozent.

Die jüngste Coronawelle trifft bislang vor allem Bundesstaaten im Süden des Landes hart, darunter auch Florida, Louisiana, Mississippi, Alabama, Arkansas und Missouri. Der Gouverneur von Arkansas, der Repu­blikaner Asa Hutchinson, warnte gestern über Twitter, im ganzen Bundesstaat seien momentan nur noch acht Betten auf der Intensivstation frei.

Inzwischen würden so viele Covidpatienten im Krankenhaus behandelt wie noch nie zuvor während der Pandemie. Von den 1.376 Patienten seien 286 an ein Beatmungsgerät angeschlossen. „Impfungen redu­zieren Krankenhausaufenthalte“, schrieb er weiter.

Die US-Behörden melden inzwischen im Durchschnitt wieder rund 100.000 Neuinfektionen pro Tag. Im Juni, bevor sich die Delta-Variante durchgesetzt hatte, waren es zeitweise nur rund 10.000 pro Tag. Täglich sterben im Schnitt mehr als 450 Menschen nach einer Coronainfektion, wie Daten der Gesund­heitsbehörde CDC zeigen. © dpa/aerzteblatt.de


/picture alliance, ASSOCIATED PRESS | Eric Gay


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