STIKO hält an Altersbeschränkung bei Astrazeneca-­Impfstoff fest

Deutsches Ärzteblatt vom Freitag, 29. Januar 2021

Die Ständige Impfkommission (STIKO) bleibt bei ihrer Einschätzung, den COVID-19-Impfstoff von Astrazeneca aktuell aufgrund der derzeit verfügbaren Daten nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren zu empfehlen. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor. Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte zuvor die Zulassung des Coronaimpfstoffs in der EU ohne Altersbeschränkung empfohlen.

Abgesehen von der getroffenen Einschränkung wird der Impfstoff von der STIKO ebenfalls als geeignet zum Individualschutz und zur Bekämpfung der Coronapandemie angesehen. Thomas Mertens, Vorsitzen­der der STIKO am Robert-Koch-Institut (RKI), betonte, man habe die vorliegenden Daten „eingehend ge­prüft“. Ein Vorgehen wie das der EMA, zugleich mit einer generellen Empfehlung eine Art Warnung aus­zu­sprechen, befände sich „nicht im Katalog der STIKO-Möglichkeiten“.


Da sich aber die Evidenz stetig „im Fluß“ befinde, hoffe man auf weitere Daten. Sollten sich entspre­chen­de Datengrundlagen abzeichnen, könne und werde die STIKO ihre Empfehlungen bezüglich der Alters­beschränkungen anpassen. Über das Vorgehen der EMA sei er „nicht glücklich“, so Mertens – die Entscheidung sei aber zu akzeptieren. Dass der Entwurf der STIKO-Empfehlung bereits vorab kursierte, bezeichnete Mertens als „ärgerlich und unverständlich“.

Änderungen der geltenden Impfreihenfolge, die älteren Menschen oder Menschen mit besonders hohem Infektionsrisiko einen Vorrang gibt, empfiehlt die STIKO in ihrer aktualisierten Empfehlung nicht. Das Präparat von Astrazeneca solle jedoch im Gegensatz zu den bereits zugelassenen mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna „in den einzelnen Stufen jeweils nur den Personen angeboten werden, die 18 bis 64 Jahre alt sind“.

Aktuell geimpft werden in erster Linie Bewohner von Pflegeheimen, Menschen ab 80 Jahren sowie me­dizinisches Personal und Pflegekräfte mit hohem Ansteckungsrisiko. Für diese Fachkräfte kommt nun demnach auch der Impfstoff von Astrazeneca infrage.

Unter Berücksichtigung der erfolgten Zulassungen empfiehlt die STIKO für den Vektor-basierten Impf­stoff von Astrazeneca einen Abstand zwischen den nötigen zwei Impfungen von 9 bis 12 Wochen. © aha/afp/aerzteblatt.de

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