STIKO empfiehlt Astrazeneca-­Impfstoff nur noch für Personen im Alter ab 60 Jahren

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 30. März 2021

Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen wird der COVID-19-Impfstoff von Astrazeneca nur noch für Personen im Alter ab 60 Jahren empfohlen. Dies teilte heute die Ständige Impfkommission (STIKO) mit.

Nach mehreren Beratungen habe man, auch unter Hinzuziehung externer Experten, mehrheitlich entschieden, diese Empfehlung auszusprechen, da diese Nebenwirkung 4 bis 16 Tage nach der Impfung, ganz überwiegend bei Personen im Alter <60 Jahren auftraten, so die STIKO.

Hinsichtlich der Frage der Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis für jüngere Personen, die bereits eine erste Dosis des Astraeeneca-Vakzins erhalten haben, will die STIKO bis Ende April eine ergänzende Empfehlung abgeben. Da die Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff Anfang Februar begonnen wurde, sind bei einem empfohlenen Impfabstand von 12 Wochen die ersten Zweitimpfungen Anfang Mai vorgesehen.

Der abgestimmte Beschlussentwurf und die wissenschaftliche Begründung befänden sich aktuell im Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und den betroffenen Fachkreisen. Die Verabschiedung des Beschlusses soll nach Prüfung der Rückläufe und erneuter Beratung der STIKO am 1. April erfolgen. Wie die STIKO betonte, bestehe grundsätzlich die Möglichkeit, dass sich nach dem Stellungnahmeverfahren noch Änderungen an dem Empfehlungsentwurf ergeben.

Der Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, Christoph Spinner, sieht das vorläufige Aussetzen der Astrazeneca-Impfungen für unter 60-Jährige als nachvollziehbaren Schritt. „Wenn man auf ganz sicher gehen will – und das wollen wir in Deutschland – dann ist das jetzt die richtige Entscheidung“, sagte Spinner. Allerdings plädierte der Oberarzt am Universitätsklinikum dafür, jüngeren Menschen die Entscheidungshoheit zu geben, ob sie den Impfstoff wollen oder nicht. © EB/aha/dpa/aerzteblatt.de



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