STIKO-Chef Mertens unzufrieden mit Verlauf der Impfkampagne

Deutsches Ärzteblatt vom Montag, 27. September 2021


Der Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, ist unzufrieden mit dem Verlauf der Impfkampagne gegen das Coronavirus in Deutschland. Es sei noch einiges an Überzeugungs­arbeit zu leisten, sagte Mertens am Samstag dem Bayerischen Rundfunk. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen stieg gestern wieder leicht an.

Mertens sagte in dem Interview, aus seiner Sicht sei es betrüblich, dass sich gerade die entscheidende Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen im Augenblick nicht so impfen lasse, wie die STIKO das gerne sehen würde.

„Es ist klar aus allen mathematischen Modellierungen, dass diese Altersgruppe auch entscheidend sein wird für den Verlauf dieser vierten Welle und letztlich auch für den weiteren Verlauf der Pandemie in Deutschland“, sagte er. Ziel müsse sein, den Menschen verständlich zu machen, dass die Impfung entscheidend ist für die gesamte Bevölkerung.

Die Impfquote liegt in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 69,2 Prozent. In der Gesamtbevölkerung sind laut RKI aktuell 63,9 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

67,7 Prozent der Menschen hierzulande haben demnach mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Die höchste Impfquote hat Bremen: Dort haben 78,5 Prozent mindestens eine Spritze bekommen. Am niedrigsten ist die Quote mit 57,5 Prozent in Sachsen.


/dpa, Annette Riedl

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