SPD sieht in Pflegebonus Signal der Anerkennung

Deutsches Ärzteblatt vom Mittwoch, 18.5.2022


Die SPD sieht in der für morgen geplanten Verabschiedung des neuen Coronabonus in der Pflege ein Signal der Anerkennung für die Beschäftigten. „Mit einem solchen Bonus von einer Milliarde Euro senden wir wirklich ein starkes Signal“, sagte die stellvertretende Fraktionschefin Dagmar Schmidt heute in Berlin. „Wir sehen die Belastung in den Berufen, wir sprechen ihnen eine hohe Anerkennung aus.“

Das morgen im Bundestag zur Abstimmung stehende Gesetz sieht einen Bonus von 550 Euro in der Altenpfle­ge vor. Deutlich mehr bekommen sollen Fachkräfte in den Krankenhäusern, die besonders wegen der Corona­pandemie belastet sind. Hier soll der Betrag bei etwa 1.700 Euro liegen, bei Mitarbeitern auf den Intensivsta­tio­nen sogar bei rund 2.500 Euro.

Die Bundesregierung stellt dafür insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung – davon sollen jeweils 500 Millionen Euro an die Krankenhäuser und an die Pflegeeinrichtungen gehen.

Ausgezahlt werden soll der Bonus ab dem 30. Juni und spätestens bis zum 31. Dezember 2022 über die Ar­beit­geber. Profitieren sollen Beschäftigte von Pflege­diens­ten und Pflegeheimen, die zwischen dem 1. Novem­ber 2020 und dem 30. Juni 2022 für mindestens drei Monate in der Altenpflege tätig waren und am 30. Juni 2022 noch beschäftigt sind.

Die 500 Millionen Euro für die Krankenhäuser sollen an Kliniken verteilt werden, die zwischen Januar und Dezember vergangenen Jahres mehr als zehn coronabedingte Beatmungsfälle hatten.

Der Bonus für die Pflegefachkräfte auf den Intensivstationen „ist ein sehr spürbares Signal an diejenigen, die besonders gefordert waren“, sagte die gesundheitspo­litische Sprecherin der SPD-Fraktion, Heike Baehrens.

Mit der Neuregelung wird zudem der Kreis derjenigen erweitert, für die ein gewährter Bonus steuerfrei ge­stellt wird. Dies gilt demnach künftig auch für Mitarbeiterinnen in Arztpraxen, Rettungsdiensten und Dialyse­einrichtungen.

Profitieren sollen 870.000 medizinische Fachangestellte und 86.000 Mitarbeiter in den Rettungsdiensten. Der SPD-Abgeordnete Michael Schrodi sprach von einem „Signal der Wertschätzung“.


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