Spahn: Mehr Geld für Pflegekräfte wegen Mehrbelastung

Deutsches Ärzteblatt vom Freitag, 12.11.2021


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plädiert angesichts der Belastungen durch die Pandemie für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften. „Dieser Job ist ein gewaltiger Kraftakt. Die Pfle­gekräfte stehen vier, fünf Stunden an einem Bett, schwitzend, ohne sich erleichtern zu können, ohne Trinkpause. Da sollten wir finanziell noch was drauflegen“, sagte der geschäftsführende Minister dem Spiegel.

Er beobachte, wie sehr die Pflegekräfte für ihre Arbeit brennen, so der Politiker. Aber viele seien nach drei Pandemiewellen auch ausgebrannt und frustriert, sie gäben ihre Jobs auf. „Wer aber jetzt sagt, dass die Politik in den letzten Monaten mehr Intensivpfleger hätte ausbilden sollen, hat keine Ahnung, wie lang die Ausbildung dauert“, so Spahn.

„Fest steht aber, dass wir die Vergütung weiter verbessern müssen.“ Wegen der angespannten Lage an den Kliniken plädiert Spahn für Hilfen für besonders von der Pandemie belastete Krankenhäuser: „Wir brauchen auf jeden Fall wieder eine Regelung, um Krankenhäuser finanziell abzuschirmen, die COVID-19-Patienten behandeln. Für diesen Vorschlag rechne ich auch mit einer großen parlamentarischen Mehrheit.“

Die Freihaltepauschale für die Reservierung von Krankenhausbetten für Coronafälle wolle er dafür aber nicht reaktivieren. „Dieses Mal soll die Prämie stärker an die tatsächliche Aufnahme von COVID-19-Patienten gekoppelt sein“, sagte Spahn. „Wir wollen so zielgerichteter für konkrete finanzielle Einbußen etwa durch ausgefallene Operationen zahlen, weniger für das reine Bereithalten von Kapazitäten.“


/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Markus Schreiber

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