SARS-CoV-2: Booster verstärkt Wirkung der Janssen-Vakzine

Deutsches Ärzteblatt vom Donnerstag, 26. August 2021


Der virusbasierte Impfstoff „Ad26.COV2.S“ von Johnson & Johnson/Janssen, der als bisher einziger für eine Einmalgabe zugelassen ist, hat in 2 Phase 1/2a-Studien offenbar eine gute Booster-Wirkung erzielt. Dies teilte der Hersteller in einer Pressemitteilungmit. Die Ergebnisse sollen in Kürze auf medRxiv (NEJM2021; DOI: 10.1056/NEJMc2108829) publiziert werden.

Der Impfstoff „Ad26.COV2.S“ besteht wie „ChAdOx1 nCoV-19“ von Astrazeneca, aus einem Adenovirus, das mit dem Gen für das S-Protein von SARS-CoV-2 beladen ist. Bei virusbasierten Impfstoffen besteht die Gefahr, dass das Immunsystem nach der ersten Dosis Antikörper gegen die Adenoviren bildet, die die Viren nach der 2. Gabe eliminieren, bevor sie ihre Ladung zu den Muskelzellen transportieren können, in denen aus den Genen der eigentliche Impfstoff hergestellt wird. Diese Immunreaktion könnte für die im Vergleich zu den mRNA-Impfstoffen etwas schlechtere Schutzwirkung von AZD1222 verantwortlich sein. Das Gamaleja-Institut hatte diese Möglichkeit bedacht und für den Impfstoff Sputnik V zwei unterschied­liche Viren verwendet.

Die Frage einer Immunreaktion gegen das Impfstoffvirus könnte eine größere Bedeutung erlangen, wenn die geimpften Personen eine Auffrischung benötigen sollten, wie dies in verschiedenen Ländern derzeit überlegt und in Israel bereits praktiziert wird. Vor diesem Hintergrund sind die beiden Studien VAC31518COV1001 und VAC31518COV2001 von Interesse, in denen Johnson & Johnson einen Booster mit der Janssen-Vakzine erproben lässt.

Die jetzt vom Hersteller mitgeteilten Daten sprechen dafür, dass eine Immunreaktion gegen den Vektor die Boosterwirkung nicht zu schmälern scheint. Die Auffrischungsdosis soll zu einem schnellen und robusten Anstieg der spikebindenden Antikörper geführt haben, deren Titer laut der Pressemitteilung neunmal höher war als 28 Tage nach der primären Einzeldosis-Impfung. Auch bei den älteren Personen ab 65 Jahren, die eine niedrigere Auffrischungsdosis erhielten, soll es zu einer signifikanten Zunahme der Antikörpertiter gekommen sein.

Die Daten basieren laut Presseberichten allerdings nur auf 17 Patienten, was ihre Aussagekraft natürlich einschränkt. Es wird spekuliert, dass der Hersteller die Ergebnisse vorzeitig auswerten ließ, um doch noch in dem staatlichen Boosterprogramm berücksichtigt zu werden, dass die Bidenadministration plant und in dem der Impfstoff von Johnson & Johnson bisher nicht vorgesehen ist. © rme/aerzteblatt.de

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