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SARS-CoV-2: Atemtest auf Infektion in den USA zugelassen

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 19.4.2022


Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ein Gerät zugelassen, das SARS-CoV-2 in der Atem­luft nachweisen kann. Die miniaturisierte Version eines Gaschromatografen mit Massenspektrometrie­kopplung (GC-MS) hat die Größe eines Reisekoffers und lieferte in einer Studie innerhalb weniger Minuten ein zuverlässiges Ergebnis. Die Kosten dürften hoch und die Verfügbarkeit in nächster Zeit gering sein.

Der „COVID-19 Breathalyzer“ des Herstellers InspectIR, einer kleineren Firma aus Dallas in Texas, kann SARS-CoV-2 nicht direkt nachweisen. Das Gerät identifiziert jedoch 5 flüchtige organische Verbindungen (VOC), die von Infizierten ausgeatmet werden.

Diese werde mit dem Gaschromatografen aufgetrennt und anschließend mit dem Massenspektrometer identifiziert. Die Untersuchung dauert nach Angaben des Herstellers gerade einmal 3 Minuten. Für die Zulassung hat InspectIR den „COVID-19 Breathalyzer“ an 2.409 Personen getestet. Darunter waren Infizierte mit und ohne Symptome.

Laut FDA erzielte die Studie eine Sensitivität von 91,2 % und eine Spezifität von 99,3 %. Vor dem Hinter­grund einer Prävalenz von 4,2 % Infizierter in der Bevölkerung betrug der negative Vorhersagewert 99,6 %. Das bedeutet, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Personen trotz eines negativen Testergebnisses infiziert sind. Bei einem positiven Ergebnis ist in jedem Fall eine Bestätigung durch einen PCR-Test notwendig.

Ein mögliches Einsatzgebiet wären Flughäfen oder Großveranstaltungen oder auch ein Screening von Krankenhausbesuchern. Da die Testkapazität der einzelnen Geräte begrenzt ist, müssten für die meisten Anlässe mehrere Geräte vorgehalten werden.

Der Hersteller hat noch keine Angaben zu den Kosten gemacht. Dem Vernehmen nach ist ein Verleih der Geräte mit Subskriptionskosten von 10 bis 12 US-Dollar pro Test angedacht. Die Produktionskapazität des Herstellers soll begrenzt sein. Mehr als 100 Geräte pro Woche könnte InspectIR vorerst nicht aus­liefern, heißt es in der Presse.


/freshidea, stock.adobe.com

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