SARS-CoV-2: Antikörper-Cocktail schützt viele Monate lang vor Infektionen

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 9.11.2021


Die einmalige subkutane Injektion der monoklonalen Antikörper Casirivimab und Imdevimab, die in einer Studie Familienangehörige von COVID-19-Patienten kurzfristig vor einer Ansteckung schüt­zen sollte, hat die Teilnehmer im Anschluss noch bis zu 8 Monate vor einer Erkrankung bewahrt, wie der Hersteller in einer Pressemitteilung der noch nicht publizierten Ergebnisse mitteilt.

Wie von der Behandlung mit Biologika bekannt ist, können monoklonale Antikörper nach einer einma­ligen subkutanen Injektion eine monatelange Wirkung erzielen. Dies ist auch bei den Antikörper-Cocktails der Fall, die zur Behandlung und Prävention von COVID-19 entwickelt wurden.

Der Hersteller Regeneron hatte in einer randomisierten Studie zeigen können, dass die subkutane Gabe von Casirivimab plus Imdevimab Angehörige von COVID-19-Patienten vor einer symptomatischen Infektion schützt. Nach den im August im New England Journal of Medicine (2021; DOI: 10.1056/NEJMoa2109682) publizierten Ergebnissen kam es im 1. Monat zu 81,4 % weniger symptoma­tischen Infektionen als in einer Placebogruppe.

Die jetzt vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die Schutzwirkung auch in den folgenden 7 Monaten anhält. In dieser Zeit ist es in der Studie zu 45 symptomatischen Infektionen gekommen. Davon entfielen 38 auf die 842 Teilnehmer der Placebogruppe, während es bei den 841 Teilnehmern, die den Antikörper-Cocktail erhalten hatten, nur 7 symptomatische Infektionen gab. Der Hersteller ermittelt eine Reduktion des Erkrankungsrisikos um 81,6 %, das sich damit nicht von der Schutzwirkung im 1. Monat unterschei­det.

Während der 8-monatigen Beobachtungszeit musste keiner der mit dem Antikörper-Cocktail behandelten Patienten wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden gegenüber 6 Personen in der Placebo­gruppe. Todesfälle sind in der Studie nicht aufgetreten.

Den Studienteilnehmern war freigestellt worden, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Diese Gelegen­heit nahmen in beiden Gruppen gleich viele Teilnehmer wahr: 290 Teilnehmer (34,5 %), die mit dem Antikörper-Cocktail behandelt wurden, und 296 Patienten (35,2 %) in der Placebogruppe hatten mindes­tens 1 Impfstoffdosis erhalten.


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