RKI: Labortests gegen Coronaausbreitung niedrigschwellig einsetzen

Deutsches Ärzteblatt vom Freitag, 13. August 2021

Um eine stärkere Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV-2 in Deutschland zu verhindern, sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Labortests auch bei Kindern und Geimpften mit leichten Symptomen wichtig.

Darauf hat die Gesundheitsbehörde in ihrem COVID-19-Wochenbericht von gestern Abend hingewiesen. In Arztpraxen sei die Zahl solcher PCR-Tests in den vergangenen Wochen stark gesunken. Der Anteil positiver Ergebnisse wird jedoch bereits wieder größer. Ein Überblick:

Wer sich ansteckt

Die meisten Infektionen mit SARS-CoV-2 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche werden bei Men­schen unter 50 Jahren nachgewiesen. Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen von knapp 60 wiesen ver­gan­gene Woche die Gruppen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 auf.

Auch bei den größtenteils ungeimpften Kindern zeigen sich rasche Anstiege innerhalb weniger Wochen, wohingegen die Entwicklung in den besser durchgeimpften höheren Altersgruppen weiter recht ent­spannt erscheint. So sind etwa die Inzidenzen bei den Senioren über 60 weiterhin einstellig.

Wer im Krankenhaus liegt

Weniger alte Menschen. Der Altersmedian der im Krankenhaus behandelten COVID-19-Patienten ist laut Bericht im Vergleich zum Jahresbeginn deutlich gesunken. Damals lag der Median bei 77, vergangene Woche bei 48 Jahren.

Gründe für die Entwicklung nennt das RKI zwar nicht. Aber es ist ein Zusammenhang mit dem frühen Beginn von Impfungen bei älteren und gefährdeten Menschen zu vermuten.

Womit man sich ansteckt

Laut RKI-Daten ist bundesweit mittlerweile fast nur noch die Delta-Variante im Spiel – die zuerst in In­dien entdeckte, deutlich ansteckendere Mutante. Sie sei in einer für Deutschland repräsentativen Stich­probe in knapp 98 Prozent der positiven Proben gefunden worden, hieß es.

Reiserückkehrer

Die Frage nach ihrer Rolle lässt sich schwer beantworten, da die Daten unvollständig sind. Bekannt sind dem Report zufolge gut 7.000 Fälle zwischen Mitte Juli und 8. August mit möglicher Ansteckung im Aus­land und rund 26.000 im gleichen Zeitraum in Deutschland (bei knapp 24.000 Fällen ohne derartige Angaben). Am häufigsten wurden laut RKI-Liste vorherige Aufenthalte in Spanien, der Türkei und dem Kosovo erfasst.

Lage Regional

Mit Ausnahme Bremens haben die Fallzahlen im Vergleich von vorletzter und vergangener Woche in allen Bundesländern zugenommen, schreibt das RKI. Es werden größtenteils deutlich zweistellige Zuwachsraten angegeben, die höchste hat Mecklenburg-Vorpommern mit 110 Prozent im Wochen­vergleich.

Labortests

Laut Bericht wurde für vergangene Woche ein Tiefststand für dieses Jahr verzeichnet, mit 588.404 PCR-Tests übermittelt von 200 Laboren. Seit dem Frühjahr liegen die Werte pro Woche unter einer Million. Mit rund vier Prozent liegt der Anteil positiver Tests zwar auf relativ niedrigem Niveau, aber so hoch wie seit längerer Zeit nicht. © dpa/aerzteblatt.de


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