RKI-Chef Wieler ruft zu Einschränkung privater Kontakte auf

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 23.11.2021


Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, ermahnt die Menschen in Deutsch­land angesichts der rasant steigenden Coronainfektionszahlen zu besonderer Vorsicht.

Die Bürger sollten ihre privaten Kontakte freiwillig „so weit wie möglich“ einschränken, sagte er „Zeit Online“. „Vermeiden Sie vor allem Treffen mit vielen Menschen in Innenräumen.“

Wer Menschen aus Risikogruppen treffe, solle vorher einen Selbsttest machen. Außerdem sollten sich alle an die AHA+L-Regeln halten: Abstand halten, Hygieneregeln einhalten, Mund-Nase-Schutz tragen und Lüften.

„Und wenn Sie Symptome einer akuten Atemwegsinfektion haben, bleiben Sie bitte zu Hause und lassen sich PCR-testen“, fügte Wieler hinzu.

„Die Situation war noch nie so ernst wie jetzt“ sagte der RKI-Chef zur aktuellen Coronalage. Das liege daran, dass noch immer zu wenige Menschen geimpft seien und die Menschen deutlich mehr Kontakte als vor einem Jahr hätten.

Die Auswirkungen der hohen Fallzahlen und vielen Krankenhauseinweisungen seien regional schon deutlich spürbar.

„In Deutschland sind wir es gewöhnt, jederzeit die optimale Behandlung zu bekommen. Das ist schon jetzt nicht mehr möglich“, sagte Wieler. Er gehe davon aus, dass die Lage in den kommen­den Wochen noch deutlich schlimmer werde. Entscheidend sei es nun, die Impflücken zu schließen.

Zur späten Reaktion der Politik auf die vierte Coronawelle sagte Wieler, es sei „bemerkenswert, dass man offensichtlich immer wieder die Hand auf die heiße Herdplatte legen muss, um zu merken, dass man sich dann verbrennt. Das ist ernüchternd, keine Frage.“


/picture alliance, Kay Nietfeld

0 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen