Regionen in Bayern mit schwacher Impfquote bekommen Sonderkontingente

Deutsches Ärzteblatt vom Freitag, 18. Juni 2021

Regionen mit schwacher Impfquote dürfen in Bayern mit zusätzlichen Impfstofflieferungen rechnen. 28 Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern erhalten Sonderkontingente an Impfstoff gegen SARS-CoV-2, um regionalen Ungleichgewichten bei der Impfquote zu begegnen, kündigte Bayerns Ge­sund­heitsminister Klaus Holetschek (CSU) gestern in München an.

Insgesamt stehen demnach 100.000 zusätzliche Dosen des Impfstoffs Moderna zur Verfügung, je zur Hälfte für Erst- und Zweitimpfungen. Hinzu kämen noch 40.000 Extradosen des Impfstoffes von Astra­zeneca. Die zusätzlichen Lieferungen würden nicht von den Arztpraxen abgezweigt, es handele sich um eine Umverteilung des für die Impfzentren geplanten Impfstoffs.

„Der gleichmäßige Impffortschritt in den bayerischen Regionen ist mir sehr wichtig. Möglichst viele Men­schen in ganz Bayern sollen ein Impfangebot erhalten“, sagte der Minister. Die Ungleichgewichte entste­hen etwa, wenn Regionen eine niedrigere Dichte bei niedergelassenen Ärzten aufweisen und somit we­niger Impfungen in den Praxen möglich sind als anderswo. Im über die Apotheken abge­wickelten Impf­stoffbestellsystem des Bundes werde dieser Faktor nicht berücksichtigt.

Ein Angebot an zusätzlichem Impfstoff erhielten alle Impfzentren, in deren Sprengel die Impfquote um mindestens ein Prozent vom Landesdurchschnitt abweiche. Die Menge des zusätzlichen Impfstoffs ist dann vom Grad der Abweichung abhängig. Das Verteilverfahren sei in Zusammenarbeit mit Landkreistag und Städtetag entwickelt worden.

„Die bei der sogenannten Arztimpfquote deutlich unter dem bayernweiten Schnitt liegenden Landkreise und Städte können daher über die Impfzentren ein Stück weit aufholen“, sagte der Präsident des Land­kreistages, Christian Bernreiter. © dpa/aerzteblatt.de


/picture alliance, Sven Hoppe


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