PCR-Lollitests: Ärzte für bundesweiten Einsatz an Kitas und Schulen

Deutsches Ärzteblatt vom Freitag, 20. August 2021

Die Bundesärztekammer (BÄK) und Fachleute des BÄK-Pandemierats unterstützen den vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen bundesweiten Einsatz von PCR-Lollitests an Kitas und Schulen.

„Um Wechselunterricht und Homeschooling bei steigenden Coronainfektionszahlen zu vermeiden, sollten Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen häufiger und mit dem qualitativ besseren Analyseverfahren auf das Virus getestet werden“, sagte BÄK-Präsident Klaus Reinhardt heute.

Mit dem PCR-Lollitest stehe ein sicheres und einfach anwendbares Testverfahren zur Verfügung. Es komme aber immer noch nicht flächendeckend zum Einsatz.

„Notwendig sind deutschlandweit mindestens zwei PCR-Lollitests und bestenfalls drei zusätzliche Anti­genschnelltests pro Woche für Kinder bis zwölf Jahren, für die bislang noch keine Impfmöglichkeiten zur Verfügung stehen“, mahnte Reinhardt an.

Bei einem PCR-Lollitest müssen mehrere Kinder 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer lutschen. Danach werden alle Tupfer in ein Poolröhrchen gegeben. Dieses geht in ein Labor, in dem ein PCR-Test erfolgt. Nur wenn der Pooltest positiv ausfällt, müssen alle Teilnehmer separat auf Corona getestet werden.

Die Tests stehen der BÄK zufolge in ausreichender Menge zur Verfügung und Deutschland verfügt über genügend Laborkapazitäten für die schnelle Auswertung der Proben. Vor diesem Hintergrund bezeich­ne­te es Reinhardt als „völlig unverständlich“, dass die meisten Bundesländer entweder gar keine Pläne für den Einsatz haben oder diese noch immer prüfen.

Die Arbeitsgruppe „Teststrategie“ des Pandemierats der BÄK spricht sich in ihrem aktualisierten Thesen­papier für serielle Testungen mittels PCR-Lollitests auf SARS-CoV-2 aus. „Über die vereinfachte Proben­gewinnung und die Testung der Proben einer Kita-Gruppe bzw. einer (Grund-)Schulklasse können mittels SARS-CoV-2-PCR-Testungen nicht erkennbare Infektionen besser identifiziert werden“, betonen die Fach­leute.

Damit könnten Infektionen frühzeitiger in Bildungseinrichtungen erkannt und somit die Übertragung innerhalb der Einrichtungen vermieden werden. © may/EB/aerzteblatt.de



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