Patientenbeauftragte rechnet mit Notverlegungen von Coronapatienten

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 9.11.2021


Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung rechnet damit, dass bald wieder Notverlegungen von Coronaerkrankten erforderlich sein werden.

„Mittlerweile werden Patienten innerhalb des eigenen Bundeslandes verlegt. Ich gehe davon aus, dass die deutschlandweite Kleeblattverlegung nur noch eine Frage der Zeit ist“, sagte die Beauftragte Claudia Schmidtke den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Begriff beschreibt ein logistisches System zur länderübergreifenden Verteilung und Versorgung von Coronapatienten aus Intensivstationen. Schmidtke betonte, die Lage in den Kliniken sei angesichts knap­per werdender COVID-19-Behandlungs­plät­ze auf den Intensivstationen „insbesondere im Osten und im Süden des Landes mittlerweile äußerst kritisch“.

Mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie sei die Entscheidung, sich impfen zu lassen, keine individu­ell­e Entscheidung mehr, sondern eine gesellschaftliche, sagte Schmidtke. „Unter der Coronapandemie der Ungeimpften leiden mittlerweile die Geimpften.“

Dies betreffe auch die Behandlung von Intensivpatienten, die geimpft seien und an einer anderen Er­kran­kung als COVID-19 litten. „Ich hoffe sehr, dass es nicht zu einem gesellschaftlichen Konflikt zwischen geimpften und nicht geimpften Patientinnen und Patienten kommt“, sagte Schmidtke.

Zugleich rief sie alle Beschäftigten in den Pflege- und Gesundheitsberufen auf, sich impfen zu lassen. Angehörige dieser Berufsgruppen seien auch ohne eine Impfpflicht „aufgefordert, ihrer besonderen Ver­antwortung nachzukommen, die ihnen anvertrauten Menschen nicht zu gefährden“


/picture alliance, Waltraud Grubitzsch

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