Omikron: Impfung senkt Hospitalisierungs­rate bei Kindern

Deutsches Ärzteblatt vom Mittwoch, 20. April 2022


Infektionen mit der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 können auch bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren schwere Erkrankungen auslösen.

An US-Kliniken werden während der aktuellen Erkrankungswelle sogar mehr Kinder wegen COVID-19 behandelt als in der Delta-Welle. Nicht-geimpfte Kinder mussten laut einem Bericht in Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR, 2022; DOI: 10.15585/mmwr.mm7116e1) doppelt so häufig wie geimpfte Kinder im Krankenhaus behandelt werden.

Omikron führt zwar häufiger zu milderen Erkrankungen als frühere Varianten. Die Fallzahlen sind wegen der höheren Infektiosität der Viren in den letzten Monaten dennoch stärker angestiegen. Dies macht sich auch in der Altersgruppe der 5- bis 11-Jährigen bemerkbar.

Wie Dallas Shi von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta und Mitarbeiter berichten, lagen die wöchentlichen Hospitalisierungen auf dem Gipfel der aktuellen Omikron-Welle 2,3 mal so hoch wie auf dem Höhepunkt der Delta-Welle. Intensivbehandlungen waren zu 70 % häufiger notwendig.

Die Zahlen beruhen auf einer Auswertung des COVID-NET, das alle Hospitalisierun­gen aus 99 Counties in 12 US-Staaten erfasst. Aus den Krankenakten geht auch hervor, dass die meisten hospitalisierten Kinder (87 %) ungeimpft waren. Eine Impfung ist in der Altersgruppe von 5 bis 11 Jahren seit Ende Oktober 2021 möglich.

Nach den Berechnungen der CDC-Mitarbeiter ist die kumulative Hospitalisierungsrate bei ungeimpften Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit 19,1/100.000 mehr als doppelt so hoch wie bei geimpften Kindern mit 9,2/100.000.

Ein Drittel (33 %) der Kinder, die in der Omikron-Welle hospitalisiert wurden, wiesen keine Begleit­erkrankungen auf. Insgesamt 19 % mussten auf einer Intensivstation behan­delt werden. Bei Kindern ohne Begleiterkrankungen betrug der Anteil 15 %. Bei 5 % der Kinder wurde eine maschinelle Beatmung durchgeführt. Todesfälle hat es nicht gegeben.

Das Risiko auf einen schweren Verlauf in der Klinik (Intensivbehandlung oder Beatmung) war für Kinder mit einem Diabetes (relatives Risiko RR 2,5) und für Kinder mit einer Adipositas (RR 1,2) signifikant erhöht. Für Kinder mit Asthma oder Immunschwäche war das Risiko auf einen schweren Verlauf dagegen vermindert. Dies könnte Shi zufolge jedoch daran gelegen haben, dass Kinder mit diesen Begleiterkrankungen häufiger schon bei leichten Verläufen von COVID-19 ins Krankenhaus überwiesen werden, was die Berechnungen des Risikos rasch verfälschen kann.

Das Potenzial für schwere Erkrankungen bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren einschließlich derjenigen ohne zugrunde liegende Gesundheitsprobleme unterstreicht nach Ansicht von Shi die Bedeutung der Impfung in dieser Altersgruppe.



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