Niederlande kündigen Ende der Abstandspflicht und Einführung von Coronapass an

Deutsches Ärzteblatt vom Mittwoch, 15. September 2021


In den Niederlanden gelten ab Ende kommender Woche die wegen der Coronapandemie eingeführten Abstandsregeln nicht mehr. Stattdessen soll ein Coronagesundheitspass eingeführt werden, der in Bars und Restaurants sowie bei Festivals vorgezeigt werden muss, wie Ministerpräsident Mark Rutte gestern ankündigte.

„Ich freue mich, ihnen heute mitzuteilen, dass ab dem 25. September kein Abstand von 1,5 Metern mehr eingehalten werden muss“, sagte Rutte in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Dies bedeute, dass dann mehr Menschen gleichzeitig ein Cafe oder Restaurant besuchen können. Auch Festivals und Sportveranstaltungen unter freiem Himmel seien dann mit voller Auslastung möglich.

Im Gegenzug müssten Menschen ab 13 Jahren ab dem 25. September nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet seien, führte Rutte weiter aus. Er wies darauf hin, dass Coronagesund­heitspässe inzwischen „schon in vielen Ländern um uns herum genutzt“ würden.

Den Vorwurf von Kritikern, mit dem Gesundheitspass werde indirekt eine Impfpflicht eingeführt, wies die niederländische Regierung zurück. „Sie können sich auch testen lassen, um irgendwo reinzukommen, und das bleibt erstmal kostenlos“, sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge.

In öffentlichen Verkehrsmitteln und in Flughäfen bleibt die Maskenpflicht bestehen, an Bahnsteigen und Tramhaltestelle gilt sie nicht mehr.


/picture alliance, ROBIN UTRECHT

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