Neue Zahlen des RKI zu Impfdurchbrechern bestätigen hohe Wirksamkeit

Deutsches Ärzteblatt vom Montag, 23. August 2021


In seinem jüngsten Wochenbericht hat das Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt aktuelle Zahlen zur Impfef­fekti­vität nachträglich ergänzt.

Demnach gab es seit dem 1. Februar bis zum 13. August 2021 in Deutschland 13.360 Impfdurchbrüche bei den vollständig Geimpften. Der weit größere Teil der übermittelten COVID-19-Fälle sei jedoch nicht geimpft gewesen, heißt es im Lagebericht des RKI. Seit der Kalenderwoche fünf hat das RKI 974.341 symptomatische COVID-19-Fälle bei allen Menschen in Deutschland ab zwölf Jahren dokumentiert. Davon traten gut 700.000 Fälle bei den 18- bis 59-Jährigen auf (Impfquote: 40,7 Prozent) und fast 170.000 Fälle bei den Menschen ab 60 Jahren (Impfquote: 70,3 Prozent).

Der Anteil der wahrscheinlichen Impfdurchbrüche in der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre lag somit bei 1,3 Prozent und bei den Menschen im Alter ab 60 Jahren bei 2,2 Prozent. Betrachtet man allerdings die Quo­te der vergangenen vier Wochen (Kalenderwoche 29 bis 32) waren es deutlich mehr: 14,8 beziehungs­wei­se 35,7 Prozent. Unter den COVID-19-Patienten, die hospitalisiert, auf der Intensivstation betreut wurden und verstorben sind, ist laut RKI nur ein geringer Anteil als Impfdurchbruch zu bewerten.

Insgesamt 335 COVID-19-Fälle, die vollständig geimpft waren, verstarben. Davon waren 84 Prozent 80 Jahre und älter. Das RKI ordnet diese Fälle daher als „generell erhöhtes Sterberisiko“ ein, das unabhängig von der Impfung sei. Impfeffektivität schätzungsweise bei fast 90 Prozent

Vergleicht man den Anteil der COVID-19-Fälle unter den vollständig Geimpften mit dem Anteil vollstän­dig Geimpfter in der Bevölkerung, könne man eine Impfeffektivität von etwa 88 Prozent für die Alters­gruppe der 18 bis 59-Jährigen berechnen. Bei den über 60-Jährigen war die Effektivität mit 87 Prozent in der Kalenderwoche fünf bis 32 ähnlich hoch.

Das RKI weist jedoch darauf hin, dass die Werte mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Möglicherweise könnte unter anderem das unterschiedliche Testverhalten bei Geimpften und Ungeimpften zu einer Ver­zerrung führen. Es handle sich daher nur um eine erste Abschätzung der Impfeffektivität. Die Wirksam­keit der Impfstoffe werde eher überschätzt, teilt das RKI mit. © gie/aerzteblatt.de

/picture alliance, Michael Kappeler

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