Millionen Tonnen Coronamüll

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 9.11.2021


Die Coronapandemie hat weltweit zu einem erhöhten Aufkommen von Plastikmüll geführt. Laut einer Schätzung sind bis August rund 8,4 Millionen Tonnen Plastikmüll in 193 Ländern durch die Pande­mie angefallen, wie Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in den Proceedings der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS 2020: DOI: 10.1073/pnas.2111530118) schreiben.

Zum Vergleich: Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) produziert die Menschheit insgesamt rund 300 Millionen Tonnen Plastikmüll im Jahr. Das Team um die Wissenschaftler Yiming Peng und Peipei Wu geht nun davon aus, dass ein Großteil des Coronaabfalls (rund 87,4 Prozent) in Kranken­häusern entstand, insbesondere in asiatischen Ländern.

7,6 Prozent seien auf Masken und andere Schutzausrüstung für den privaten Gebrauch zurückzuführen, wie aus einer heute veröffentlichten Studie der Forscher hervorging. Verpackungen für den boomenden Onlinehandel hätten rund 4,7 Prozent des zusätzlichen Abfalls ausgemacht.

„Kunststoffabfälle schaden dem Leben im Meer und sind zu einem großen globalen Umweltproblem ge­worden.“ Die Coronapandemie habe zu einer erhöhten Nachfrage nach Einwegplastik geführt, was den Druck auf „dieses bereits außer Kontrolle geratene Problem noch verstärkt“, schreiben die Forscher.

Bereits über 25.000 Tonnen des Coronamülls seien so bereits in die Weltmeere gelangt. Dies stelle ein lang anhaltendes Problem für die Meeresumwelt dar. Innerhalb von drei bis vier Jahren werde ein großer Anteil dieses Mülls entweder an Strände gespült oder auf den Meeresgrund sinken. Die Forscher forderten einen besseren Umgang mit medizinischen Abfällen, insbesondere in Entwicklungsländern.


/tiero, stock.adobe.com

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