Mehr als eine Million Kinder ab zwölf Jahren gegen Corona geimpft

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 10. August 2021

Die Coronaimpfungen bei Kindern und Jugendlichen gehen voran. Bei den 12- bis 17-Jährigen haben mittlerweile mehr als eine Million eine erste Impfung erhalten, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute via Twitter mitteilte.

Dies entspricht nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 22,5 Prozent dieser Altersgruppe. Spahn betonte erneut: „Wir haben genug Impfstoff für alle Altersgruppen.“

Bund und Länder hatten angekündigt, mit Blick auf den Schulstart nach den Sommerferien mehr Impf­gelegenheiten für Kinder anzubieten – auch in Impfzentren wie bereits in Praxen. Die Ständige Impf­kommission (STIKO) empfiehlt Impfungen bei Kindern vorerst nur bei höherem Risiko für schwere Corona­verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes.

Impfungen sind laut STIKO aber mit ärztlicher Aufklärung und als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind ab zwölf Jahren zugelassen.

Insgesamt sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) nun 45,8 Millionen Menschen oder 55,1 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft. Min­destens eine erste Impfung haben 52 Millionen Menschen oder 62,5 Prozent der Bevölkerung.

Im Vergleich der Bundesländer liegt Bremen weiter an der Spitze mit nun 71,7 Prozent mindestens ein­mal und 64,8 Prozent voll geimpften Einwohnern. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 52,9 Prozent mindes­tens einmal und 48,9 Prozent voll geimpften Einwohnern.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt unterdessen weiter an. Nach Angaben des RKI von heute morgen lag sie bei 23,5 – am Vortag hatte der Wert 23,1 betragen, vor einer Woche lag er bei 17,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2.480 Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 3.58 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1.766 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Coronaeinschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Kranken­hauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 19 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls 19 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.794 429 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.669.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteili­gung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.803. © dpa/aerzteblatt.de


/picture alliance, Philipp Schulze

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