Marburger Bund für Änderungen an der Coronaimpfkampagne

Deutsches Ärzteblatt vom Mittwoch, 11. August 2021

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat die laufende staatliche Impfkampagne kritisiert und eine neue gefordert, um das Impftempo zu erhöhen.

„Die Werbekampagne zur Coronaschutzimpfung geht an vielen Ungeimpften vorbei“, sagte die MB-Vorsit­zen­de Susanne Johna den Zeitungen der Funke Medien­gruppe. Der Slogan „Ärmel hoch!“ sei vielleicht am Beginn der Kampagne sinnvoll gewesen, jetzt jedoch erweise er sich „immer mehr als Rohrkrepierer“, zi­tiert das Blatt die MB-Chefin.

Laut Johna ist eine zielgruppengerechte Ansprache nötig, die auch jüngere Menschen erreicht, die in den sozialen Medien unterwegs seien. „Es reicht einfach nicht, weit verbreiteten Fehlinformationen und Impf-Mythen lediglich mit Frage-Antwort-Katalogen oder gar mit Patriotismus-Appellen zu begegnen.“

Die Impfaufklärung müsse sehr viel einfallsreicher und überzeugender sein und dabei die ganze Breite der Medien umfassen. „Das bedeutet dann auch, mit Hilfe von bekannten Multiplikatoren beispielsweise auf den großen Messengerkanälen Fake News zu entlarven und für das Impfen zu werben.“

Auch die SPD-Gesundheitspolitikerin Bärbel Bas sagte im ARD-„Mittagsmagazin“: „Es braucht eine andere Kampagne, es braucht aufsuchende Angebote.“ In ihrer Heimatstadt Duisburg etwa fahre man dahin, wo die Menschen sich aufhielten, und das Impfangebot werde angenommen.

Gestern hatte bereits die Bundesärztekammer angemahnt, die Impfkampagne nachzujustieren. © dpa/aerzteblatt.de


/dpa, Christian Charisius

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