Lauterbach will Bonus nur für begrenzten Kreis von Pflegekräften

Deutsches Ärzteblatt vom Mittwoch, 5.1.2022


Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will den geplanten Pflegebonus offenbar nur an einen begrenzten Kreis von Pflegekräften zahlen.

„Der Pflegebonus sollte vor allem Pflegekräften bezahlt werden, die in der Coronapandemie besonders belastet waren“, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dann könne der Bonus auch in „nennenswerter Höhe angesetzt werden“, sagte der SPD-Politiker.

Nur so sei die besondere Leistung von Pflegekräften wirklich zu würdigen. Lauterbach hob hervor, dass diese Pflegekräfte „teilweise bei der Pflege ihrer Patientinnen und Patienten ins persönliche Risiko gegangen“ seien.

Die Ampelparteien aus SPD, Grünen und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, für einen neuerlichen Bonus für Pflege­kräfte in Heimen und Krankenhäusern eine Milliarde Euro bereitzustellen. Die Steuerfreiheit des Pflege­bonus soll auf 3.000 Euro steigen.

Unklar ist aber noch, wie genau der Kreis derjenigen definiert werden soll, der in den Genuss des Pflegebonus kommt. Ärzteverbände haben sich zudem immer wieder dafür ausgesprochen, dass ein Bonus auch für andere Berufsgruppen wie etwa medizinische Fachangestellte erforderlich ist.

Die Linke warf Lauterbach in einer ersten Reaktion eine Spaltung der Pflegekräfte vor. „Statt die Pflege in der Dauerkrise zu unterstützen, spaltet Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Belegschaft mit seiner bürokratischen Erbsenzählerei“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Jan Korte.

Für das Pflegepersonal von der Intensivstation bis zum mobilen Pflegedienst sei diese Pandemie eine unglaubliche Belastung. „Sie alle haben nicht nur einen Bonus verdient, sondern auch Respekt und Ein­satz des Bundesgesundheitsministers.“

Statt das Personal zu demotivieren, sollte Lauterbach sich jetzt zuerst darum kümmern, die „miesen Arbeitsbedingungen und die Personalknappheit in den Krankenhäusern zu bekämpfen, damit dort in Zukunft überhaupt noch jemand arbeiten will“.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärte, die Ankündigung Lauterbachs könnte zum Sprengsatz werden und neuen Frust unter den Pflegekräften hervorrufen. Die Debatte darüber, wer sich wie oft und wie intensiv um Coronapatienten gekümmert habe, werde erheblichen Unfrieden stiften und die Motiva­tion der Betroffenen verringern, sagte Vorstand Eugen Brysch.



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