Länder wollen Impfstau mit Astrazeneca-Vakzin abbauen

Deutsches Ärzteblatt vom 3.3.2021

In den Bundesländern wächst nach dem zögerlichen Start die Hoffnung auf einen schnellen Abbau des Impfstaus mit dem Vakzin von Astrazeneca. Mehrere Länder rechnen mit einem deutlichen Hochfahren der Impfungen mit dem britisch-schwedischen Vakzin, wie eine Abfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

In Nordrhein-Westfalen etwa sollen ab dem kommenden Montag rund 750.000 Kitaerzieher, Tageseltern, Grundschullehrer und Streifenpolizisten ein Impfangebot erhalten. „Wir wollen halt einfach impfen was das Zeug hält“, sagte NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU). Auch Hessen oder Baden-Württemberg wollen bald deutlich mehr Menschen mit Astrazeneca impfen.

Insgesamt fast 3,2 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs sollen bis morgen an die Länder geliefert sein, wie aus Angaben des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums hervorgeht. Bis einschließlich vorgestern sind nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) jedoch lediglich 514.000 Dosen verabreicht worden. Bleibt es bei dem Impftempo, könnten bis Ende der Woche mehr als zwei Millionen Dosen auf Halde liegen.

Brandenburg meldete zum Wochenstart eine Auslastung von rund 90 Prozent bei der Terminvergabe, in Thüringen sind die Impftermine für Personal an Kitas und Grund- und Förderschulen binnen weniger Stunden vergeben worden.

Auch Baden-Württemberg verzeichnet eine stärkere Terminnachfrage, es gebe wenig Vorbehalte bei Lehrern oder Erziehern, heißt es von dort. Mittlerweile seien mehr als eine Million Menschen im Land zusätzlich impfberechtigt. Zuvor hatten die Länder bereits die Kapazitäten in den Impfzentren hoch­ge­fahren.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt das Präparat von Astrazeneca – anders als die EU- Arznei­mit­tel­behörde EMA – bisher nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren, weil aus ihrer Sicht zunächst zu wenig Daten über die Wirkung bei Älteren vorlagen. Sie hat aber bereits angekündigt, dass diese Em­pfehlung sehr bald aktualisiert werden soll. © dpa/aerzteblatt.de



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