Kurzfristig vier Millionen Impfdosen mehr von Biontech für die EU

Deutsches Ärzteblatt vom 10.03.2021

Die Hersteller Biontech und Pfizer wollen in den nächsten beiden Wochen vier Millionen Do­sen Coronaimpfstoff zusätzlich an die Europäische Union (EU) liefern. Man habe das Zusatzpaket ausge­handelt, damit die EU-Staaten gezielt in Coronahotspots impfen und die Ausbreitung der gefürchteten Virusvarianten bremsen könnten, erklärte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen heute in Brüssel.

Von dem zusätzlichen Kontingent könnte Deutschland nach dem internen EU-Verteilungsschlüssel 18,6 Prozent bekommen, also rund 740.000 Impfdosen. Die Bundesregierung muss entscheiden, ob sie von dieser Option Gebrauch macht und wie die zusätzlichen Mengen auf die Bundesländer verteilt würden.

Die Kommission hofft, dass durch gezielte Impfungen in Hotspots verschärfte Kontrollen an den EU-Bin­nengrenzen unnötig werden. Das gilt etwa an der deutsch-französischen Grenze zum französischen Dé­partement Moselle, wo besonders viele Infektionen mit mutierten Viren nachgewiesen werden.

„Durch die gezielte Nutzung dort, wo sie am meisten gebraucht werden, vor allem in den Grenzregionen, werden diese Dosen helfen, die Bewegungsfreiheit von Waren und Menschen zu sichern oder wiederher­zustellen“, betonte von der Leyen. „Diese sind entscheidend für das Funktionieren der Gesundheitssyste­me und des Binnenmarkts.“

Die EU-Kommission erwartet für das erste Quartal bis Ende März insgesamt rund 100 Millionen Dosen der drei in der EU bisher zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Bi­­­on­tech/Pfizer sollte von dieser Gesamtmenge ursprünglich 62 Millionen Dosen liefern, nun also 66 Millio­nen.

Für das kommende Jahr hatte Biontech gestern erneut eine deutliche Steigerung der Produktion mit sei­nem Partner Pfizer in Aussicht gestellt. 2022 könne die Kapazität für drei Milliarden Coronaimpfdosen erreicht werden, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Das hänge aber auch von der Nachfrage ab und davon, ob etwa Auffrischimpfungen benötigt würden. Drei Milliarden Dosen wären nochmals 50 Prozent mehr als die für 2021 geplanten zwei Milliarden. © dpa/aerzteblatt.de



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