Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen: US-Fachge­sellschaften für Coronaimpfpflicht

Deutsches Ärzteblatt vom Donnerstag, 29. Juli 2021

Angesichts steigender Infektionszahlen durch die Delta-Variante und einer zunehmenden Impfmüdigkeit in der Bevölkerung haben in den USA medizinische Fachverbände eine Impfpflicht für alle Angestellten von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gefordert.

Eine Impfung gegen SARS-CoV-2 sei die „logische Erfüllung der ethischen Verpflichtung aller Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die Patienten sowie die Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen an die erste Stelle zu setzen und alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um deren Gesundheit und Wohlbefinden zu gewährleisten“, heißt es in der kurzen Erklärung, die der Onkologe und Bioethiker Ezekiel Emanuel von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia entworfen hat, und die von 58 Fachgesellschaften mitgetragen wird.

Hintergrund ist eine offenbar auch im Gesundheitswesen verbreitete „Vaccine hesitancy“. Die Impfquote ist zwar höher als in der Allgemeinbevölkerung. Laut dem American College of Physicians, dem Verband der Internisten, war Ende Mai aber noch immer 1/4 der Krankenhausangestellten nicht geimpft. Unter den Angestellten von Pflegeheimen soll die Impfquote bei unter 60 % liegen.

In den letzten Wochen haben immer mehr Klinik- und Pflegeheimbetreiber ihre Angestellten zur Impfung verpflichtet. Dies ist in den USA rechtlich möglich, und auch die „Equal Employment Opportunity Com­mis­sion“ sieht darin keine Diskriminierung einzelner Mitarbeiter. Viele Kliniken schicken ihre Angestel­lten bereits jährlich zur Grippeimpfung. Die US-Fachgesellschaften fordern jetzt alle Arbeitgeber auf, ihre Angestellten auf eine Coronaimpfung zu verpflichten. © rme/aerzteblatt.de


/Framestock, stock.adobe.com

0 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen