Krankenhäuser sollen Daten der COVID-19-Patienten an Gesundheitsämter melden

Deutsches Ärzteblatt vom Montag, 12. Juli 2021

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) will die Datenlage bei COVID-19-Patienten im Kran­kenhaus verbessern. Mit einer erweiterten Meldepflicht sollen bereits ab morgen Krankenhäuser sowie leitende Ärztinnen und Ärzte der Stationen den Anlass einer Hospitalisierung bei Patienten mit COVID-19 an das zuständige Gesundheitsamt melden.

Die Meldepflicht besteht besonders dann, wenn das Gesundheitsamt schon durch den Laborbefund einer erkrankten Person über den Fall weiß. „Die Meldungen werden zu einem Fall zusammengeführt“, heißt es in der Verordnung, die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt und morgen im Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

Die bestehenden Meldungen sollen von Krankenhäusern um die Daten zur Krankheitsschwere, zum Be­handlungsergebnis, zum Serostatus in Bezug auf COVID-19 sowie zur Aufnahme in ein Krankenhaus er­gänzt werden.

Auch die Überweisung in ein anderes Krankenhaus, die Aufnahme oder auch die Entlassung sowie eine intensivmedizinische Behandlung sollen in dem Datensatz erfasst werden. Meldeadressen sowie den Impfstatus und den verwendeten Impfstoff sollen künftig die Krankenhäuser ebenfalls erheben.

Diese Daten aus den Gesundheitsämtern sollen dann an die zuständigen Landesbehörden und weiter an das Robert-Koch-Institut (RKI) gehen. Die Prüfung der Krankenhausdaten durch das Gesundheitsamt und die Weiterleitung an die Landesbehörden benötige einen „durchschnittlichen Zeitaufwand von wenigen Minuten“, heißt es.

Allerdings mussten Krankenhäuser schon in der Vergangenheit eine Vielzahl dieser Daten, dazu gehört der Verdacht, die Erkrankung sowie der Tod aber auch der Impfstatus, laut Infektionsschutzgesetz er­fassen. Daher kritisiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), dass es nun neue Meldevorgaben gibt.

„Es erschließt sich deshalb nicht, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn man sich dadurch erhofft, dass die Angabe zur Hospitalisierung nun noch mal über eine eigene Verordnung geregelt werden soll“, heißt es von der DKG.

Gesundheitsämter hätten diese Daten bereits jetzt laut Infektionsschutzgesetz vorliegen. Außerdem sei­en Krankenhäuser noch nicht an das DEMIS-System der Gesundheitsämter angeschlossen, eine automa­tische Meldung aus dem Krankenhausinformationssystem könne nicht erfolgen. © bee/aerzteblatt.de


/picture alliance, Kay Nietfeld

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