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Kein erhöhtes Risiko für Gürtelrose nach Coronaimpfung

Deutsches Ärzteblatt vom Mittwoch, 23.11.2022


Eine Impfung gegen SARS-CoV-2 erhöht das Risiko für Herpes Zoster nicht. Das berichtet eine Arbeitsgruppe der University of California in San Francisco im Journal of the American Medical Association (2022, DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.42240). Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat die Studie jetzt kommentiert.

Herpes Zoster kann prinzipiell jeder bekommen, der zuvor schon einmal Windpocken hatte. Das Varicella-Zoster-Virus (VZV) persistiert lebenslang im Körper und kann durch verschiedene Auslöser reaktiviert werden, wobei es dann aber nicht erneut zu Windpocken sondern zur Gürtelrose kommt. Eine VZV-Reaktivierung kann zum Beispiel bei vorübergehender Abwehrschwäche oder bei älteren Menschen aufgrund absinkender VZV-Antikörperspiegel entstehen.

Erste Analysen von Impfnebenwirkungen zeigten laut DGN zwar einen Anstieg der Berichte über COVID-19-Impfung-assoziierte Herpes-Zoster-Infektionen – es war dabei jedoch laut Fachgesellschaft nicht klar, ob diese Fälle auf eine vermehrte Berichterstattung zurückzuführen waren oder auf einen echten Anstieg der Inzidenz.

Die US-Forscher analysierten daher Gesundheitsdaten der US-amerikanischen sogenannten OLDW-Datenbank („Optum Labs Data Warehouse“) von 2.039.854 gegen SARS-CoV-2 geimpften Menschen. Das mittlere Alter der Geimpften betrug 43,2 Jahre, 50,6 % waren weiblich.

Im Ergebnis war die COVID-Impfung nicht mit einem erhöhten Risiko für eine VZV-Reaktivierung verbunden. Eine ergänzende Kohortenanalyse zeigte darüber hinaus auch kein erhöhtes Impfrisiko für Herpes Zoster verglichen mit einer Influenzaimpfung aus der Zeit vor der Pandemie.

„Demnach war eine Gürtelrose nach Coronaimpfung bei weitem nicht so häufig wie es anfangs in der Bericht­erstattung den Anschein hatte“, schlussfolgert Peter Berlit, Generalsekretär der DGN. Die Fachgesellschaft empfiehlt, die Impfangebote gegen SARS-CoV-2 entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts anzunehmen.

„Menschen, die wegen extrem seltener möglicher Nebenwirkungen Angst vor der COVID-Impfung haben, müssen sich bewusst machen, dass alle diese Komplikationen viel häufiger bei der SARS-CoV-2-Infektionen auftreten“, sagte Berlit.


/sharryfoto, stock.adobe.com

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