Johnson & Johnson: COVID-19-Impfstoff wirksam gegen Delta-Variante

Deutsches Ärzteblatt vom Freitag, 2. Juli 2021

Das Coronavakzin von Johnson & Johnson (J&J) ist nach Angaben des Herstellers auch gegen die besonders ansteckende Delta-Variante (B.1.617.2) wirksam. Dies hätten 2 Studien mit insge­samt 28 Teilnehmern ergeben, wie das US-Unternehmen gestern mitteilte. Es gab zudem bekannt, dass die Immunreaktion für mindestens 8 Monate anhalte.

Die beiden von dem Unternehmen zitierten Studien wurden auf dem Preprintserver bioRxiv hochgeladen beziehungsweise dort eingereicht und sind noch nicht extern begutachtet worden.

Bei einer der Untersuchungen handelt es sich um eine Analyse von Blutproben von 8 Teilnehmern der Phase-III-Impfstudie ENSEMBLE, die von Wissenschaftlern des Unternehmens selbst durchgeführt wurde (bioRxiv, 2021; DOI: 10.1101/2021.07.01.450707v1).

Diese zeigt, dass die 1-Mal-Impfung mit dem Vakzin von J&J zu einer neutralisierenden Antikörper­antwort gegen die Delta-Variante führt, die sogar die Antikörperantwort gegen Beta (B.1.351) übertrifft. Die in Südafrika beobachtete Antikörperantwort gegen Beta hatte dort bereits ein hoher Schutz vor schwe­ren Erkrankungen gezeigt.

In der ENSEMBLE-Studie hatte der Impfstoff von J&J eine Effektivität von 85 % gegen schwere Er­kran­kungen gezeigt und sowohl das Hospitalisierungs- als auch das Sterberisiko gesenkt.

Immunantwort hält mindestens 8 Monate an – auch gegen Varianten

Bei der 2., am Beth Israel Deaconess Medical Center in Israel durchgeführten Untersuchung handelt es sich um eine Substudie der Phase-I/IIa-Impfstudie von J&J. Die Autoren um Dan Barouch beobachteten bei 20 Probanden, dass die humorale und die zelluläre Immunantwort des Vakzins mindestens 8 Monate anhält.

Darüber hinaus zeigte sich, dass die 1-Mal-Impfung zur Bildung neutralisierender Antikörper gegen eine ganze Reihe von SARS-CoV-2-Varianten führte. Die Immunantwort nahm im Laufe der Zeit sogar zu. Nach 8 Monaten lag der neutralisierende Titer über dem durchschnittlichen Wert an Tag 29.

Zu den neutralisierten Varianten gehören neben Delta auch Beta, Gamma (P.1), Alpha (B.1.1.7), Epsilon (B.1.429), Kappa (B.1.617.1) und D614G sowie der ursprüngliche SARS-CoV-2-Stamm WA1/2020. Die Delta-Variante war zuerst in Indien aufgetreten und hat sich inzwischen weltweit ausgebreitet.

Laut einem EU-Bericht könnte die Mutante bis Ende August für 90 Prozent aller Coronafälle in der EU verantwortlich sein. In Deutschland steigt der Anteil der Delta-Variante an SARS-CoV-2-Infektionen der­zeit stark an und soll laut Robert-Koch-Institut in Kürze bereits bei 50 % liegen. © nec/aerzteblatt.de


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