IW-Chef für Coronaimpfpflicht im Gesundheits- und Bildungsbereich

Deutsches Ärzteblatt vom Donnerstag, 29. Juli 2021

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, fordert eine Coro­na­impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Bildungswesen.

Dies sei nötig, „weil wir es hier mit schutz­bedürfigen Personen zu tun haben“, sagte der Chef des arbeit­gebernahen Instituts der Rheinischen Post. „Kinder können sich noch nicht impfen lassen, kranke und alte Menschen haben trotz Impfung eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsver­lauf.“

Hüthers Auffassung nach sollte auch eine generelle Impfpflicht „je nach weiterem Verlauf der Pande­mie“ nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt seien aber abgesehen vom Ge­sund­heits- und Bildungsbereich „kluge Anreize der bessere Weg.“

„Ab Anfang September, wenn alle Er­wachsenen ein Impfangebot hatten, sollten Schnelltests kosten­pflichtig sein“, forderte der Wirtschafts­forscher außerdem. Wer dann etwa ungeimpft eine Veranstaltung besuchen wolle, müsse vorher einen PCR-Test machen und die Kosten dafür aus der eigenen Tasche zahlen.

Auch solle erwogen werden, „Impfunwillige bei einer COVID-Erkrankung an den Behandlungskosten zu beteiligen“, fügte Hüther hinzu. „Wer sich dem Solidarprinzip entzieht, sollte es selbst nicht oder nur einge­schränkt in Anspruch nehmen können.“ © afp/aerzteblatt.de


Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. /picture alliance, Michael Kappeler

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