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Hohe SARS-CoV-2-Sero­prävalenz bei Vorschulkindern

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag.11.2022


Mit der Ausbreitung der Omikron-Variante seit Anfang 2022 hat auch die Infektionsrate bei Kindern rasch zugenommen. Dies zeigt eine Querschnitterhebung zur SARS-CoV-2-Seroprävalenz in Kindertages­stät­ten, deren Ergebnisse im Deutschen Ärzteblatt vorgestellt werden (DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0345).

Im Juli 2022 wurden bei 277 Vorschulkindern (Alter 2-6 Jahre) in neun Würzburger Kindertagesstätten Anti­körper gegen SARS-CoV-2 aus Blut mittels kapillärer Fingerkuppenpunktion bestimmt. Bei der seit September 2020 untersuchten Kohorte konnte bis Sommer 2022 ein sprunghafter Anstieg der SARS-CoV-2-Seroprävalenz von rund 2 % auf rund 70 % verzeichnet werden.

Die Seroprävalenz von Antikörpern gegen das Spike-Protein (S-AK), die nach Impfung und/oder Erkrankung auftreten, lag bei 69,6 %. Für Antikörper gegen das Nukleokapsid-Protein, die spezifisch für eine frühere In­fektion sind, lag der Wert bei 60,3 %. Der Anteil der Kinder mit Nachweis von S-AK stieg mit dem Alter von 55,3 % (Zweijährige) auf 90,7 % (Sechsjährige).

Diese Werte lassen nach Ansicht der Autoren auf eine hohe Zahl meist oligo- oder asymptomatischer Infektio­nen während der Omikron-Welle im Frühjahr 2022 schließen.

Bei circa 15 % der Kinder waren trotz positivem SARS-CoV-2-Testnachweis keine Antikörper nachweisbar, was für eine noch höhere Infektionsrate spreche. Ältere Kinder in der Kohorte zeigten unabhängig vom SARS-CoV-2-Impfstatus höhere Seropositivitätsraten als jüngere Kinder.

Die Autoren betonen, dass bei zukünftigen Entscheidungen über präventive Maßnahmen, wie zum Beispiel Schließungen von Kindertagesstätten, die Ergebnisse dieser Studie wie auch die möglichen negativen Folgen einer eingeschränkten Kinderbetreuung in Kindestagesstätten berücksichtigt werden sollten.


/picture alliance, Rolf Vennenbernd

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