Hersteller warnt vor Lieferengpässen bei Spezialspritzen für Coronaimpfungen

Deutsches Ärzteblatt vom 26.1.2021

Pläne, aus den Impfstoffampullen von Biontech/Pfizer sechs statt fünf Dosen zu entnehmen, könnten durch Lieferengpässe bei den Spezialspritzen gefährdet werden. Wie ein Sprecher des US-Medizin­technologie-Herstellers Becton Dickinson (BD) mitteilte, handelt es sich bei den Spritzen um ein Nischen­produkt, und da die Nachfrage für gewöhnlich sehr gering ist, würde es einige Zeit dauern, die Produktions­kapazitäten zu erhöhen.

Der neue US-Präsident Joe Biden hat versprochen, in den ersten einhundert Tagen seiner Amtszeit einhun­dert Millionen Impfungen zu ermöglichen. Der Mangel an Spezialspritzen, ohne die eine Impfdosis pro Am­pulle verloren ginge, dürfte diesen Zeitplan ebenfalls erschweren. BD arbeite bei diesem Thema „proaktiv mit der US-Regierung zusammen“, sagte der Sprecher.

Die Spezialsprizen von BD verfügen über sehr geringen Leerraum, wodurch bei Impfungen kaum Wirkstoff verloren geht. Anfang Januar hatte auch die EU-Arzneimittelbehörde EMA bei Verwendung der Spezial­sprit­zen die Entnahme von sechs statt fünf Impfdosen pro Ampulle genehmigt.

Daraufhin hatte der US-Pharmakonzern Pfizer vergangen Woche angekündigt, weniger Ampullen seines mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Vakzins an die Bestellerländer auszuliefern, da die Be­stellungen „immer auf einer Gesamtzahl von Dosen beruhten und nicht von Ampullen“.

Zuvor hatte Pfizer die EU über Lieferverzögerungen des Impfstoffs wegen Umbaumaßnahmen in einem Werk im belgischen Puurs informiert. © afp/aerzteblatt.de


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