Großbritannien: 1,3 Mio. Einwohner haben Erfahrungen mit Long COVID

Deutsches Ärzteblatt vom Freitag, 7.1.2022


Schätzungsweise 1,3 Millionen Briten, das sind 2,0 % der Bevölkerung, haben länger als 4 Wochen unter den Folgen einer Infektion mit SARS-CoV-2 gelitten, einer häufigen Definition für Long COVID. Dies kam in einer Studie der Nationalen Statistikbehörde (ONS) heraus, die regelmäßig eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung zu SARS-CoV-2 befragt.

Die aktuellen Zahlen beruhen auf den Antworten von 351.850 Personen, die in den 4 Wochen vor dem 6. Dezember zu ihren Erfahrungen mit Long COVID befragt wurden. Die Angaben sind freiwillig und werden von der ONS nicht überprüft. Dies gilt auch für die Frage, ob die Betroffenen tatsächlich mit SARS-CoV-2 infiziert waren.

Von den hochgerechnet 1,3 Mio. Briten, die nach der Umfrage unter Long COVID leiden oder gelitten haben, lag die Erkrankung (oder der Verdacht einer Erkrankung) bei 270.000 (21 %) weniger als 12 Wochen zurück. Bei 892.000 Menschen (70 %) waren mehr als 12 Wochen und bei 506.000 (40 %) sogar mehr als 1 Jahr seit der Infektion vergangen.

Insgesamt 809.000 der 1,3 Mio. Briten (64 %) waren der Umfrage zufolge durch die Long-COVID-Beschwerden in ihren normalen täglichen Aktivitäten „eingeschränkt“. Ingesamt 247.000 (20 %) waren nach eigener Eischätzung sogar „sehr eingeschränkt“.

Das häufigste Symptom war mit 51 % eine Abgeschlagenheit („Fatigue“), gefolgt von Geruchsverlust (37 %), Kurzatmigkeit (36 %) und Konzentrationsschwierigkeiten (28 %).

Am häufigsten betroffen war die Altersgruppe von 35 bis 69 Jahren. Frauen litten häufiger unter Long COVID als Männer. Stärker betroffen waren auch Personen aus sozial benachteiligteren Gebieten sowie Beschäftigte in Gesundheitswesen, Lehr- und Bildungswesen. Auch Menschen mit schweren Krankheiten oder Behinderungen litten nach einer Infektion häufiger unter Long COVID.


/tilialucida, stock.adobe.com

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