Gesundheitsausschuss rechnet mit Ende der Corona­beschränkungen im März 2022

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 21. September 2021


Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestags, Erwin Rüddel (CDU), erwartet ein Ende der Coronabeschränkungen ab dem kommenden Frühjahr. „Ich rechne mit vollständiger Normalität ab März 2022“, sagte Rüddel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, heutige Ausgaben). „Bis dahin müssen die Ungeimpften abwägen, was ihnen wichtig ist“, betonte er.

Eine Art „Freedom Day“ nach britischem Vorbild, wie ihn Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (KBV) für den 30. Oktober vorgeschlagen hatte, schloss der CDU-Politiker dagegen aus. „Ich halte den Vorschlag für nicht hilfreich in der aktuellen Situation, kurz vor einer möglichen vierten Welle“, sagte Rüddel.

Sobald Kinder ab fünf Jahren ein Impfangebot erhalten hätten, müsse Deutschland allerdings zurück zur Normalität finden. „Bis dahin bin ich davon überzeugt, dass das 2G-Optionsmodell der richtige Weg ist, um in Kombination mit der Hospitalisierungsrate als Leitindikator ohne weitere Einschränkungen“ durch den Herbst und Winter zu kommen, sagte er dem RND. Damit hätten die Geimpften, die ihren Solidari­täts­beitrag erbracht hätten, dann größtenteils ihre Freiheit zurück.

Die Forderung nach einem Enddatum für alle Coronaschutzmaßnahmen – einem sogenannten „Freedom Day“, war in Deutschland zuvor auf breite Ablehnung gestoßen. Neben der Bundesregierung sprachen sich unter anderem der Deutsche Lehrerverband und der Berufsverband für Pflegeberufe gegen eine solche Stichtagsregelung aus.

„Die Impfquote ist viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben“, sagte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, dem RND.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hält ebenso nichts von Überlegungen zu einem sogenannten Freedom Day zur Beendigung der Coronabeschränkungen. „Wer jetzt einen „Freedom Day“ fordert, der hat den Ernst der Lage nicht begriffen“, sagte er. Ziel müsse es weiterhin sein, möglichst viele Menschen vor Infektionen und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen zu schützen.


/dpa, Robert Michael

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