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Gesichtsmasken: Studie bestätigt deutliche Schutzwirkung in Innenräumen

Deutsches Ärzteblatt vom Montag 7.2.2022


Personen, die in der Öffentlichkeit in Innenräumen konsequent einen Mund-Nase-Schutz tragen, hatten in einer Test-negativen Fallkontrollstudie der kalifornischen Gesundheits­behörde ein deutlich vermindertes Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Die Ergebnisse wurden in Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR, 2022; DOI: 10.15585/mmwr.mm7106e1) veröffentlicht.

Der Unwillen der Bevölkerung, in Supermarkt, Restaurants, Freizeiteinrichtungen, öffentlichen Verkehrs­mitteln, Kinos, Kirchen, Schulen oder Museen eine Maske zu tragen, ist in den USA verbreiteter als hier­zu­lande und hat zuletzt zugenommen. Der Nutzen wird häufig mit Hinweis auf eine (angeblich) nicht durch in Studien belegte Schutzwirkung infrage gestellt.

Eine Möglichkeit den Nutzen zu untersuchen, ist eine Test-negative Fallkontrollstudie. Ein Team um Seema Jain vom California Department of Public Health in Pasadena hat hierzu 652 Personen, bei denen der SARS-CoV-2-Test positiv ausgefallen war (Fälle), und 1.176 Personen mit einem negativen Testergeb­nis (Kontrollen) telefonisch danach befragt, ob sie in den letzten 14 Tagen Orte besucht hatten, in denen sie Kontakt zu anderen Menschen hatten und ob (und wie häufig) sie dabei eine Gesichtsmaske getragen hatten.

Die Kontrollen wurden so ausgewählt, dass sie das gleiche Alter und Geschlecht hatten, am selben Ort wohnten und zur gleichen ethnischen Gruppe gehörten wie die Fälle. Auch Einkommen und Zeitpunkt der Tests waren ähnlich. Damit sollte ausgeschlossen werden, dass andere Faktoren als das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit das Ergebnis erklären. Bei den Berechnungen wurde auch die unterschied­liche Impfquote berücksichtigt (die Infizierten waren häufiger ungeimpft).

Es stellte sich heraus, dass die Fälle, also die Menschen mit einem positiven Test, seltener eine Maske getragen hatten. Daraus kann geschlossen werden, dass das Tragen der Maske das Infektionsrisiko senkt. Am niedrigsten war das Risiko bei den Personen, die immer eine Maske getragen hatten. Jain ermittelt eine adjustierte Odds Ratio von 0,44, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,24 bis 0,82 signifikant war. Sie bedeutet, dass das regelmäßige Tragen eines Mund-Nase-Schutzes das Infektionsrisiko um 56 % gesenkt hat.

Für Personen, die angegeben hatten, die Maske die meiste Zeit getragen zu haben, war das Infektions­risiko um 45 % gesenkt (Odds Ratio 0,55; 0,29-1,05), bei der gelegentlichen Nutzung war das Infektions­risiko nur um 29 % gesenkt (Odds Ratio 0,71; 0,35-1,46).

Auch die Art der Gesichtsmaske spielt eine Rolle. Die beste Schutzwirkung erzielte ein N95/KN95-Respi­ra­tor (entspricht einer FFP2-Maske), deren Benutzung mit einem um 83 % niedrigeren Infektionsrisiko verbunden war (Odds Ratio 0,17; 0,05-0,64). Eine chirurgische Gesichtsmaske senkte das Risiko um 66 % (Odds Ratio 0,34; 0,13-0,90), bei einer Stoffmaske sank das Risiko um 56 % (Odds Ratio 0,44; 0,17-1,17).

Die Tests waren zwischen dem 18. Februar und dem 1. Dezember letzten Jahres, also vor der Omikron-Welle durchgeführt worden. Sie bestätigen unter anderem die Ergebnisse einer randomisierten Studie aus Bangladesh, wo die kostenlose Verteilung von Masken die Rate von Ansteckungen gesenkt hatte.


/Ines Meier, stock.adobe.com

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