Frage nach der Notwendigkeit von Auffrischimpfungen weiterhin ungeklärt

Deutsches Ärzteblatt vom Mittwoch, 12. Mai 2021

Die ersten Impfungen gegen COVID-19 wurden bereits im Dezember verabreicht. Großbri­tannien plant bereits Anfang Herbst eine Auffrischimpfung für Risikogruppen. Auch Israel kauft schon Boosterdosen für 2022. Deutschland hat dagegen noch keine Pläne für Auffrischungen.

„Niemand kann derzeit sagen, wie lange der Impfschutz nach zwei applizierten Impfdosen tatsächlich an­hält“, betonte Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) und Direktor des Mikro­bio­logischen Instituts am Universitäts­klinikum Erlangen gestern bei einer Pressekonferenz.

Und auch ein Sprecher des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) wies auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblatts darauf hin, dass „die Frage der Notwendigkeit etwaiger Auffrischungsimpfungen und der Dauer der Immunität noch Gegenstand aktueller Untersuchungen“ sei.

Auffrischimpfung bei Mutation oder Durchbruchinfektionen

Grundsätzlich gibt es zwei Situationen, die Auffrischimpfungen erforderlich machen würden: Tritt eine Vi­rusmutante auf, vor der die verimpften Vakzine nicht mehr schützten, muss dies mit einem adjus­tierten Impfstoff adressiert werden.

Eine Boosterung kann außerdem notwendig werden, wenn im Laufe der Zeit zunehmend Durchbruchinfek­tionen auftreten, die nicht auf eine Veränderung des Virus zurück­gehen.

Die Frage, wie viele Durchbruchsinfektionen in Abhängigkeit von der Zahl der Menschen auftreten, die vor einem halben Jahr oder vor einem Jahr geimpft wurden, sei noch lange nicht geklärt, sagte Bogdan. „Das wird man beobachten müssen, aber so lange das noch nicht geschehen ist, halte ich diese Über­legungen für verfrüht.“

Das BMG weist außerdem darauf hin, dass es momentan „noch kein immunologisches Korrelat für einen Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion oder vor einem schwerem COVID-19-Verlauf gibt“.

Auch ein Schwellenwert für einen Schutz sei nicht bekannt. Doch Schutzkorrelate seien ein wesentliches Kriterium, um die Erforderlichkeit von Auffrischungsimpfungen bestimmen zu können. © nec/aerzteblatt.de


/picture alliance, abaca

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