Digitaler Impfpass: Entwicklung vergeben

Deutsches Ärzteblatt vom 9.3.2021

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat die Entwick­lung des geplanten digi­talen Impfpasses für Deutschland vergeben. Das gab das Ministerium heute bekannt.

Demnach sollen un­ter anderem das Softwareunter­nehmen Ubirch aus Köln und der US-Konzern IBM den Impfpass ent­wickeln. Die Vergabe geht auf eine Ausschreibung zurück. Der Auftrag soll ein Gesamt­volu­men von 2,7 Millionen Euro haben.

Wie der Spiegel schreibt, arbeitet Ubirch mit der IT-Genossenschaft Govdigital, einer Genossenschaft von 15 IT-Dienstleistern der Länder und Kommunen sowie der Bundesdruckerei, zusammen. Der Deutschen Presseagentur zufolge soll auch der IT-Dienstleister Bechtle an dem Auftrag beteiligt sein.

Ubirch ist auf die Blockchain-Technologie spezialisiert, die fälschungssicher sein soll, da die Aus­führung jedes neuen Schritts im Programmablauf auf mehreren Rechnern gleichzeitig verifiziert wird.

„Ich finde es cool, dass diesmal nicht einfach nur irgendein etablierter Big-Tech-Konzern die Lösung lie­fert, sondern eine kluge Kombination aus Big-Tech und Start-ups“, sagte Ubirch-CEO Stephan Noller dem Spiegel. IBM soll nach Angaben von Noller unter anderem weitere Apps für das System entwickeln und die Anbindung des Systems an die Arztpraxen vorantreiben.

Bisher wird das Ubirch-System nur in zwei Landkreisen eingesetzt: Im oberbayerischen Altötting sowie im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Innerhalb von acht Wochen, so die Vorgabe des Gesundheits­ministeriums, soll es bundesweit lauffähig sein, hieß es.

Der digitale Impfpass ist ein kürzlich vereinbartes Projekt der Europäischen Union und soll im Schnell­gang entwickelt wer­den. Den Gesetzentwurf will die EU-Kommission am 17. März vorlegen. Die deutsche Lösung soll mit den europäischen Vorgaben kompatibel sein.

Helfen soll der Impfpass bei einer schnelleren Rückkehr zur Normalität. Bedenken angemeldet hat unter anderem die italienische Datenschutzbehörde, die eine Diskriminierung nicht geimpfter Bürger fürchtet. © dpa/may/aerzteblatt.de


/picture alliance, Flashpic, Jens Krick

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