COVID-19-Impfstoff von Astrazeneca schützt auch vor der britischen Coronavirusmutante

Deutsches Ärzteblatt vom 5.2.2021

Der COVID-19-Impfstoff von Astrazeneca schützt offenbar vor der zuerst in Großbritannien aufgetretenen SARS-CoV-2-Mutante B.1.1.7 ‚Kent‘ ebenso gut wie vor den ursprünglichen zirkulierenden Varianten des Coronavirus. Das zeigen heute im Preprintverfahren veröffentlichte Studienergebnisse der Universität Oxford in Preprints with The Lancet.

Die neuen Daten deuten zudem darauf hin, dass das Vakzin zu einer Reduktion der Virusausscheidung und der Viruslast führt. Dies könnte wiederum Übertragungen der Infektion durch geimpfte Personen verringern.


Studienleiter Andrew Pollard: „Die Daten aus unseren Vakzinstudien zeigen, dass der Impfstoff nicht nur vor dem ursprünglichen pandemischen Virus schützt, sondern auch vor der neuen Variante B.1.1.7, die ab Ende 2020 zu einem starken Anstieg der Erkrankungen in Großbritannien geführt hat.“

Um die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die neue Virusvariante zu überprüfen, untersuchten die Forscher Abstriche von 499 symptomatischen und asymptomatischen, mit SARS-CoV-2 infizierten Teilnehmern der Phase-II/III-Impfstoffstudie. Die Abstriche waren zwischen 1. Oktober 2020 und 14. Januar 2021 genommen worden, um herauszufinden, mit welcher Variante des Virus sie infiziert waren.

Es zeigte sich, dass der Schutz vor einer symptomatischen Infektion vergleichbar war – obwohl die Titer an neutralisierenden Antikörpern bei den Studienteilnehmern, die sich nach der Impfung mit der Mutante B.1.1.7 infiziert hatten, um das 9-fache niedriger waren als bei einer Infektion mit dem Victoria-Stamm von SARS-CoV-2.

Die Schutzwirkung des Impfstoffs gegen B.1.1.7 betrug 74,6 % [95-%-KI 41,6-88,9), die Schutzwirkung gegen die ursprünglichen Stämme lag bei 84 % (95%-KI 70,7-91,4)

In Bereitschaft für den impfstoff­resistenten Stamm

Coronaviren mutieren weniger häufig als zum Beispiel Influenzaviren. Dennoch sei immer zu erwarten gewesen, dass sich mit Fortschreiten der Pandemie neue Varianten durchsetzen würden und letztlich auch eine neue Version des Impfstoffs erforderlich sein würde, sagte Studienleiterin Sarah Gilbert.

Die Professorin für Vakzinologie betonte, dass die Universität mit Astrazeneca zusammenarbeite, um die für eine impfstoffresistente Variante notwendige Pipeline zu optimieren, für den Fall das ein neuer Impfstoff erforderlich werde.

„Das ist ein Problem, dem zur Zeit alle Impfstoffentwickler gegenüberstehen“, so Gilbert. „Wir werden weiterhin das Auftreten neuer Mutanten überwachen, bereit für einen künftigen impfstoffresistenten Stamm.“ © nec/aerzteblatt.de



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