COVID-19: Einmalgabe von Janssen bietet geringeren Schutz vor Hospitalisierungen

Deutsches Ärzteblatt vom Donnerstag, 3.3.2022


Die zugelassene Einzeldosis des Janssen-Impfstoffs Ad26.COV2.S bietet einen deutlich geringe­ren Schutz vor einer Hospitalisierung als die 2-fache Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der französischen Arzneimittelbehörde ANSM in JAMA Network Open (2022; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.0868).

Der Impfstoff Ad26.COV2.S, der von Johnson & Johnson angeboten wird, hatte in der Zulassungsstudie noch eine recht gute Schutzwirkung von 85,4 % gegen schwere und lebensgefährliche Erkrankungen erzielt, die zu einen wichtigen Argument für den Einsatz wurden. Die Situation scheint sich jedoch bereits in der Delta-Welle geändert zu haben, wie die jetzt von Jérémie Botton und Mitarbeitern der „Agence nationale de sécurité du médicament et des produits de santé“ (ANSM) vorgestellten Ergebnisse zeigen.

Die Epidemiologen haben 2 Gruppen von jeweils 689.275 Erwachsenen im Alter von über 55 Jahren (Durchschnitt 65,8 Jahre) gegenübergestellt, die sich in Alter und Geschlecht, Wohnort und Deprivation und den wichtigsten Begleiterkrankungen glichen. Eine Gruppe hatte die Einmalimpfung mit Ad26.COV2.S erhalten, die andere Gruppe war mit beiden Dosen von BNT162b2 von Biontech/Pfizer geimpft worden.

Die Impfungen waren im April bis Juli 2021 erfolgt. Bis Ende August wurden 129 mit Ad26.COV2.S geimpfte Personen wegen COVID-19 in ein Krankenhaus eingewiesen. In der BNT162b2-Gruppe kam es nur zu 23 Hospitalisierungen. Die ANSM-Epidemiologen ermitteln eine adjustierte Hazard Ratio von 5,16, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 3,39 bis 7,85 hoch signifikant war. Mit Ad26.COV2.S geimpfte Personen wurden demnach mehr als 5 Mal häufiger im Krankenhaus behandelt.

Nach den Berechnungen der Forscher beträgt die Schutzwirkung von Ad26.COV2.S vor einer Hospitalisierung nur 59 % (33-75 %) gegenüber 92 % (90-94 %) bei BNT162b2. Die Ergebnisse unterstreichen damit Empfehlungen der Arzneimittelbehörden, dass Personen, die mit Ad26.COV2.S geimpft wurden, ihren Impfschutz mit einem mRNA-Impfstoff auffrischen sollten.


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