Coronapandemie weiter internationale Gesundheitsnotlage

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 12.7.2022


Die Coronapandemie ist nach wie vor eine „Gesundheitsnotlage internationaler Tragweite“. Das befand die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute und folgte damit dem unabhängigen Notfallausschuss, der die aktuelle Gefahrenlage bei einer Tagung vergangene Woche untersucht hatte.

Obwohl in vielen Ländern deutlich weniger getestet wird, steigen die Infektionszahlen weltweit. Laut WHO wurden seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 mehr als eine halbe Milliarde Infektionen gemeldet. Die wahre Zahl dürfte weitaus höher liegen, weil längst nicht alle Fälle erfasst werden.

Die WHO hatte die Notlage Ende Januar 2020 erklärt. Es ist die höchste Gefahrenstufe für Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit, die die WHO ausrufen kann.

Die Ausrufung hat keine unmittelbaren praktischen Folgen, soll aber Länder in aller Welt alarmieren, damit sie sich mit den Gefahren ausein­andersetzen und gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz ihrer Bevölkerung ergreifen.

Die WHO hatte Ende Juni einen weiteren Notfallausschuss zu dem Affen­pocken­ausbruch einberufen. Die Krankheit ist seit Mitte Mai in Deutschland und Dutzenden anderen Ländern entdeckt worden, die sie vorher praktisch nicht kannten. Der damit befasste Ausschuss sah noch keine Notlage von internationaler Tragweite. Die WHO hat den Ausschuss aber zu einer zweiten Sitzung am 18. Juli einberufen.

Notfallausschüsse werden je nach Krankheit aus einem Pool von unabhängigen Experten aus aller Welt zu­sammengestellt. Die WHO beruft jeweils Spezialisten in den Ausschuss, die sich mit einer Krankheit beson­ders gut auskennen.


/Ahmet Aglamaz, stock.adobe.com

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