Coronaimpfstoff: Kontingent für Arztpraxen größer als Anzahl bestellter Dosen

Deuitsches Ärzteblatt vom Donnerstag, 1. Juli 2021

Deutschlands Arztpraxen haben für die kommende Woche erstmals weniger Impfstoffdosen gegen SARS-CoV-2 von Biontech oder Astrazeneca bestellt als eigentlich möglich gewesen wäre. Das bestätigte die Kassenärzt­li­che Bundesvereinigung (KBV) heute auf Nachfrage des Deutschen Ärzte­blattes. Zuerst hatte der Business Insider berichtet.

Der KBV zufolge bestellten Arztpraxen bundesweit für die kommende Woche rund zwei Millionen Impf­do­sen von Biontech, obwohl für sie 2,2 Millionen zur Verfügung stünden. Von Astrazeneca order­ten die Praxen 325.000 Dosen für die kommende Woche. 1,1 Millionen Impfdosen wären verfügbar.

„Seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 haben die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte regelmäßig deutlich weniger Impfstoff erhalten als sie benötigt haben“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen. In der kommenden Woche dürften sie erstmals die Anzahl Impfstoffdosen geliefert be­kommen, die sie geordert haben.

Aus Sicht von Gassen machen sich zum einen die Schulferien bemerkbar, die in immer mehr Bundes­län­dern beginnen. „Viele Patienten, aber auch Ärzte, sind im Urlaub. Hinzu kommt, dass in Deutschland glück­licherweise immer mehr Menschen geimpft sind“, so Gassen. Das zeige sich auch in den Impfzent­ren.

Für den KBV-Chef ist der Andrang in den meisten Arztpraxen auf die Impfungen aber weiter ungebro­chen groß. „Viele Praxen sind immer noch dabei, die langen Wartelis­ten abzuarbeiten. Deshalb brauchen die Praxen weiterhin ausreichend Impfstoff“, sagte der KBV-Chef. Denn nur mit einer hohen Impfquote werde man die Pandemie in den Griff bekommen.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hatte heute in Berlin erklärt, dass die Zeit des Impfstoff­mangels bald zu Ende gehen könnte. „Das ist jetzt noch nicht so“, sagte er. Aber es werde absehbar eine Phase kommen, „wo alles das, was bestellt wird von Impfzentren, Arztpraxen und Betriebsärzten, wir auch bedienen und ausliefern können“. © may/afp/aerzteblatt.de


/picture alliance, Fabio Cimaglia, IPA

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