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Coronaimpfaufruf: Lauterbach schreibt Menschen über 60 Jahre an

Deutsches Ärzteblatt vom Montag, 10.10.2022


Menschen über 60 Jahre in Deutschland sind per Post von ihrer Krankenkasse oder ihrem privaten Krankenversicherer über eine empfohlene weitere Auffrischimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in­formiert worden.

Auf Bitten von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hätten die gesetzliche und die private Kran­kenversicherung entsprechende Schreiben zur Aufklärung und Information verschickt, teilte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) heute in Berlin mit. Zuvor hatte die Bild berichtet.

Lauterbach appelliert in dem Schreiben, das dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt, an die Menschen, sich impfen zu lassen. Es sei ihm ein „besonderes Anliegen“, dass „Sie selbst und wir alle gut durch den Herbst und Winter kommen“, schreibt Lauterbach. Daher spreche er die Menschen „mit diesem Schreiben persönlich an“.

Ihm sei bewusst, dass viele das Thema Corona nicht mehr hören könnten. Aber die Pandemie sei „leider nicht vorbei“. Es sei nach wie vor gefährlich, an dem Virus zu erkranken. „Gerade bei Menschen ab 60 kommt es häu­figer zu schweren Verläufen der Krankheit“, erläutert der Minister. Es könne bei Betroffenen noch lange nach der eigentlichen Erkrankung zu „erheblichen gesundheitlichen Problemen“ kommen.

Der Minister betont darin, dass die Impfung das wirkungsvollste Mittel gegen SARS-CoV-2 bleibt. „Wir haben das Glück, genügend Impfstoffe gegen das Virus zu haben“, erklärt Lauterbach weiter. Die Vakzine schützten „gut gegen schwere Verläufe der Krankheit“ und sie seien für die Menschen kostenfrei.

Der Minister weist in dem Brief darauf hin, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) eine zweite Auffrisch­impfung für alle Menschen über 60 Jahren empfohlen hat. Sollten die Voraussetzungen vorliegen, also die letzte Impfung oder Infektion vier bis sechs Monate zurückliegen, könne man sich selbst mit einer erneuten Impfung schützen. Man könne auch dazu beitragen, Infektionsketten zu durchbrechen und so die Folgen einer möglichen Infektionswelle zu mildern.

„Meine herzliche Bitte an Sie: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrem nahegelegenen Impfzent­rum. Diese können Ihre Situation gut beurteilen und einschätzen, welcher Impfstoff für Sie am besten passt. Wir haben in diesem Herbst an die Omikron-Variante angepasste Impfstoffe zur Verfügung, die gegen diese Varianten besonders wirksam sind“, so Lauterbach.

Er weist in dem Brief auch auf die kostenfreie Coronahotline der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) 116117 hin oder die Nummer für die Fremdsprachen Englisch, Arabisch, Türkisch und Russisch (0800 / 0000837).

Bereits vor Wochen hatte Lauterbach eine neue größere Impfkampagne angekündigt. Für Auffrischungen einer länger zurückliegenden Grundimmunisierung gegen Corona stehen mehrere fortentwickelte Impfstoffe bereit.

Wie hoch die Kosten für die Briefaktion ausfallen, darüber gab das BMG heute keine Auskunft. Auch dazu, ob die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) oder dem BMG – oder dem Steuerzahler – finanziert wurde, gab es keine Auskünfte.

Hochgerechnet dürften sich die Kosten auf mehr als 20 Millionen Euro belaufen – Papierkosten und Aufwand der Krankenkassen nicht einberechnet. Ein Schreiben ist mit dem Porto von rund 0,85 Euro beziffert, was dem Briefkopf des Poststücks zu entnehmen ist. Bundesweit leben in Deutschland derzeit rund 24 Millionen Men­schen, die älter als 60 Jahre sind.


/bnenin, stock.adobe.com

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