Bund fördert Produktion von Impfstofffläschchen

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 4. Mai 2021

Für die Produktion von Glasfläschchen für Impfstoff können Unternehmen künftig vom Bund ge­fördert werden. Investitionen in Anlagen zur Herstellung von speziellem Borosilikatrohrglas und der Fläsch­chen selbst würden mit insgesamt bis zu 90 Millionen Euro unterstützt, teilte das Wirtschafts­minis­terium mit.

Dadurch sollten die jährlichen Produktionsmengen deutlich gesteigert werden. „Damit der Impfprozess nicht ins Stocken gerät, benötigen wir nicht nur ausreichend Impfstoffe“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Andreas Feicht. „Die Impfstoffe müssen auch sicher verpackt und transportiert werden können.“ Dafür seien die kleinen Glasflaschen unverzichtbar.

Feicht hat die Leitung eines Staatssekretärsausschusses übernommen, dem eine Taskforce Impfstoff­pro­duk­tion berichtet. Er betonte, je früher Unternehmen Produktionsanlagen in Deutschland in Betrieb näh­men, desto mehr Unterstützung könnten sie bekommen.

Die höchsten Summen werden ausgezahlt, wenn die Produktion noch vor Jahresende startet. „Unser Ziel ist, die Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoffen im Jahr 2021 und darüber hinaus sicherzustellen“, sagte Feicht. Das Ministerium verspricht sich jährlich 200 Millionen Glasfläschchen zusätzlich. Förderanträge können bis zum 15. Juni 2021 gestellt werden.

Feicht zog auch eine positive Zwischenbilanz der Impfstoff-Taskforce. In den vergangenen Wochen habe sich die Impfstoffproduktion in Deutschland deutlich gesteigert. Die Taskforce habe dazu beigetragen, dass etwa in Dessau (Sachsen-Anhalt) Kapazitäten für die Abfüllung von Astrazeneca-Impfstoff geschaf­fen worden seien.

Außerdem habe sie die Produktion von Johnson & Johnson in Dessau und von Biontech in Reinbek (Schleswig-Holstein) begleitet. Jede Woche gebe es Gespräche mit allen Impfstoffherstellern, um frühzeitig Produktions- und Lieferprobleme zu lösen. „Wir haben Unternehmen bereits bei Visa- und Zollfragen oder auch Baugenehmigungen unterstützt“, sagte Feicht. © dpa/aerzteblatt.de

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