Biontech-Impfung senkt die Zahl der asymptomatischen COVID-19-Infektionen schon nach der ersten Dosi

Deutsches Ärzteblatt vom 26.2.2021

Der mRNA-Impfstoff BNT162b2 von Biontech/Pfizer hat unter Angestellten im Gesundheitswesen bereits nach der 1. Impfdosis die Zahl der asymptomatischen SARS-CoV-2-Infek­tionen genauso stark gesenkt wie die Zahl der symptomatischen COVID-19-Erkrankungen. Die auf Authorea (2021; DOI: 10.22541/au.161420511.12987747/v1) vorveröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Impfungen zu einer Herdenimmunität beitragen könnten.

Die klinischen Tests, die für die Zulassung der Impfstoffe durchgeführt werden, untersuchen in der Regel nur, ob nach der Impfung die Zahl der Erkrankungen an COVID-19 zurückgehen. Damit ist nicht sicher, dass auch die Infektionen selbst verhindert werden. Es könnte sein, dass die Geimpften sich weiter asymptomatisch infizieren und das Virus weiter geben.

Um diese Möglichkeit zu untersuchen, müssten in den klinischen Studien alle Teilnehmer nach der Impfung regelmäßig mit PCR-Abstrichen getestet werden, was teuer wäre und logistisch kaum zu bewerkstelligen. Eine zweitbeste Lösung ist die Analyse von Gruppen, die wegen ihres beruflichen Risikos regelmäßig getestet werden. Dies ist beispielsweise an den Kliniken der Universität Cambridge in England der Fall.

Dort werden seit dem 8. Januar nach und nach alle Beschäftigte geimpft. Ein Team um Michael Weekes vom Cambridge Institute for Medical Research hat jetzt getrennt untersucht, wie sich die Impfungen auf die Häufigkeit von asymptomatischen Infektionen und symptomatischen Erkrankungen auswirken.

Im Zeitraum vom 18. bis 31. Januar fiel der PCR-Abstrich bei 26 von 3.252 (0,80 %) noch nicht geimpften Angestellten positiv aus. Diese 26 Personen hatten beim Test keine Symptome gehabt. In den ersten 12 Tagen nach der Impfung fielen dann 13 von 3.535 Tests (0,37 %) positiv aus. In der Zeit danach waren es nur noch 4 von 1.989 Tests (0,20 %). Die Impfung hatte damit die Zahl der asymptomatischen SARS-CoV-2-Infektionen um das 4-fache von 1:125 auf 1:500 reduziert.

Wenn das Team die Analyse auf symptomatische Mitarbeiter beschränkte, kam es zu ähnlichen Ergeb­nissen: 56 von 3.282 (1,71 %) nicht geimpften Beschäftigten im Gesundheitswesen wurden positiv getestet. Unter den Geimpften, die 12 oder mehr Tage nach der Impfung getestet wurden, gab es 8 positive Ergebnisse auf 1.997 Tests (0,40 %). Dies zeigt eine 4,3-fache Verringerung der COVID-Rate von 1:58 auf 1:250 an.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es bereits nach der ersten Impfung zu einer Schutzwirkung kommt, die neben COVID-19-Erkrankungen auch die asymptomatischen Infektionen umfasst. Dies könnte bedeuten, dass mit zunehmender Zahl der Impfungen der Anteil der Bevölkerung steigt, der immun gegen SARS-CoV-2 ist. Aus der Summe der Geimpften und der rekonvaleszenten Personen würde sich die Gesamtimmunität in der Gesellschaft ergeben. Auch bei sinkenden Fallzahlen an COVID-19 könnte dann eine Herdenimmunität erreicht werden. © rme/aerzteblatt.de



0 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen