BÄK-Präsident formuliert Forderungen an kommende Bundesregierung

Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 21. September 2021


Gemeinsam mit der Ärzteschaft und anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen solle die nächste Bundesregierung Prioritäten für die zukunftsfähige Ausgestaltung der Gesundheitsversorgung setzen, sagt Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), in der aktuellen Folge des BÄK-Podcasts „Sprechende Medizin“.

„An erster Stelle steht sicherlich das Thema Digitale Kommunikation im Gesundheitswesen“, so Rein­hardt. Gerade angesichts der steigenden Zahl an Patientinnen und Patienten, der ein stetiger Personal­mangel gegenüberstehe, sei es wichtig, effizienter zu arbeiten. Ebendiese Effizienz ließe sich durch ge­lun­gene Digitalisierung deutlich steigern, etwa indem die Kommunikation zwischen ambulanten und stationären Strukturen digitalisiert und die Zusammenarbeit gestärkt werde.

Ein wichtiger politischer Schritt, den man hierbei gehen müsse, sei es jedoch, klarzumachen, dass fließendere Abläufe zwischen ambulanter und stationärer Versorgung nicht zu Lasten einer der beiden Seiten gehen werden. Im Gegenteil: Durch bessere Abläufe werde es möglich, sich in stärkerem Maße der Medizin und weniger der „Steuerung des Patienten durch ein kompliziertes und komplexes System“ zu widmen.

Klären müsse man angesichts des demografischen Wandels und der dadurch bedingt steigenden Morbi­dität auch Aspekte einer noch engeren Kooperation der verschiedenen Gesundheitsfachberufe.

Eine große Rolle in der Gesundheitspolitik sollte laut Reinhardt auch die Förderung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) einnehmen. Wichtig seien hierbei vor allem die Behebung des Personalman­gels und die nachhaltige Umsetzung des bereits angelegten ÖGD-Paktes in Höhe von vier Milliarden Euro.

Systemisch müssten zudem gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um möglichen Risiken der zunehmenden Kommerzialisierung der Gesundheitsversorgung entgegenzuwirken.


Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer/ picture alliance, Wolfgang Kumm

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