Astrazeneca-Impfstau droht weiter zu wachsen

Deutsches Ärzteblatt vom 1.3.2021

Mit der erwarteten Lieferung von mehr als einer Million Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs könnte sich der Impfstau in den Bundesländern bis Ende der Woche vergrößern. Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Coronaimpfstoffs von Astrazeneca geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums hervorgeht.

Bis einschließlich gestern haben nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts aber nur rund 455.000 Men­schen eine Impfung mit Astrazeneca erhalten. Davon sind rund 91.000 Menschen vorgestern und gestern geimpft worden.

Warum sich die Astrazeneca-Impfstoffe in den Kühlschränken der Impfzentren stapeln, ist unklar. Die Bun­desregierung stellte sich heute dem Eindruck entgegen, dass Impfstoff einfach ungenutzt liegenblei­be. Es könnten unterschiedliche Gründe geben, warum Astrazeneca-Impfstoff noch nicht verimpft sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

So könne Impfstoff erst relativ frisch geliefert sein, für eine zweite Impfung zurückgehalten werden oder noch nicht verimpft, aber für bestimmte Impfungen vorgesehen sein.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt das Präparat von Astrazeneca – anders als die EU-Arz­neimittel­behörde EMA – bisher nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren, weil aus ihrer Sicht zu­nächst zu wenig Daten über die Wirkung bei Älteren vorlagen. Sie hat aber bereits angekündigt, dass diese Empfehlung sehr bald aktualisiert werden soll. © dpa/aerzteblatt.de


/picture alliance, Andreas Arnold

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