Appell von Lauterbach zum freiwilligen Masketragen

Deutsches Ärzteblatt vom Freitag, 1. April 2022


Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat vor dem Ende zahlreicher Coronabeschränkun­gen in Deutschland zu weiterer Vorsicht aufgerufen. „Der Einzelne sollte sich von den Lockerungen jetzt nicht irritieren lassen: Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte der SPD-Politiker heute.

„Die Gefahr, sich jetzt noch zu infizieren, ist so hoch wie nie zuvor.“ Daher laute sein Appell: „Bitte tragen Sie freiwillig Masken in Innenräumen.“ Diese seien ein besonders wirksamer Schutz und sollten so viel wie möglich genutzt werden. Nach dem neuen bundesweiten Rechtsrahmen sind den Ländern ab diesem Sonntag nur noch wenige allgemeine Schutzvorgaben etwa zu Masken in Kliniken, Pflegeheimen, Bussen und Bahnen sowie Tests beispielsweise in Schulen möglich.

Weitergehende Auflagen auch mit Maskenpflichten etwa in Geschäften oder Schulen können sie in soge­nannten Hotspots verhängen, wenn das Landesparlament für diese regional eine drohende kritische Co­ronalage feststellt. Von den 16 Ländern machen davon aber vorerst nur Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg Gebrauch.

Lauterbach sagte: „Dass nicht mehr Bundesländer diesem Beispiel folgen, ist enttäuschend. So verlän­gern sie nur die Omikron-Welle und riskieren mehr unnötige Todesfälle vor einem Abklingen der Welle voraussichtlich nach Ostern.“ Ein effektiver Schutz der Bürger in dieser Phase der Coronapandemie sei möglich und nötig. Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern machten vor, wie es gehe. Lauterbach: „Bitte tragen Sie freiwillig Masken in Innenräumen“

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat heute nochmals das neue Infektionsschutzgesetz als „sehr klar“ verteidigt. „Ein strenges Gesetz, wenn es um die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger geht, ist ein gutes Gesetz“, denn mit dieser Freiheit dürfe man nicht lax umgehen, sagte er heute im ARD-„Mor­gen­magazin“. Deutschland sei die letzte liberale Demokratie des Westens mit so strengen Maßnahmen. Wenn die Lage in den Krankenhäusern stabil sei und jedem ein Impfangebot gemacht worden sei, spreche viel dafür, „den Menschen ein Stück mehr Eigenverantwortung zuzutrauen“, sagte Buschmann weiter.

Morgen läuft die Übergangsfrist aus. Dann dürfen Eindämmungsmaßnahmen – mit einigen Ausnahmen – nur noch in Hotspotregionen angewandt werden. Über die Einstufung müssen dabei die Landtage ent­schei­den. Die Länder und Kommunen kritisieren die Neuregelung als unklar.

Dazu sagte Buschmann, es gefalle einigen nicht, dass die Voraussetzungen für die Hotspotregelung präzise gefasst seien „und wenn missbräuchlich von der Regelung gebraucht gemacht würde, Gerichte dann auch ein Stoppschild aufstellen würden.“


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